Donnerstag, 29. September 2016 19:00 Uhr

Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen in Berlin

Vortrag: Dr. Gerd Kühling, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Metropol Verlag)

In den Auseinandersetzungen zwischen der Bundesrepublik und der DDR zählte der Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu den umstrittensten Themen. Besonders deutlich traten die geschichtspolitischen Konflikte im geteilten Berlin in Erscheinung, wo sich die unterschiedlichen Richtungen der Vergangenheitsaufarbeitung beider deutscher Staaten prägnant offenbarten.
In seiner Studie Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen in Berlin. Verfolgte des Dritten Reiches und geschichtspolitisches Engagement im Kalten Krieg 1945–1979 (2016) untersucht Gerd Kühling die Entwicklung der Berliner Gedenk- und Erinnerungslandschaft unter den Bedingungen des Kalten Krieges und zeigt, wie die tiefer gehende Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Dritten Reiches über Jahrzehnte vor allem vom Engagement ehemals Verfolgter und ihrer Organisationen geprägt war.

Gerd Kühling, 1978 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Er absolvierte ein Studium der Geschichte, Politik und Soziologie in Berlin. Mit der vorliegenden Arbeit wurde er am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena promoviert. Kühling forscht und publiziert zur Geschichte des Nationalsozialismus und zum Umgang mit der NS-Vergangenheit in der Bundesrepublik und der DDR. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehört der gemeinsam mit Akim Jah herausgegebene Band Fundstücke. Die Deportation der Juden aus Deutschland und ihre verdrängte Geschichte nach 1945 (2016).

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.