Dienstag, 8. März 2016 19:00 Uhr

Die Zentrale des KZ-Terrors. Die Inspektion der Konzentrationslager 1934–1945. Eine Ausstellung am historischen Ort

Vortrag: Prof. Dr. Günter Morsch, Oranienburg
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Im Frühjahr 1934 unterstellten die Nationalsozialisten alle Konzentrationslager einer neu geschaffenen Dienststelle der SS: der „Inspektion der Konzentrationslager” (IKL). Im Auftrag des Reichsführers SS Heinrich Himmler verwaltete die IKL 32 KZ-Hauptlager mit über 1000 Nebenlagern. Von ihrer Gründung an befand sich die IKL im Gebäude des Geheimen Staatspolizeiamtes in der Prinz-Albrecht-Straße 8 in Berlin, später für einige Monate im benachbarten Gebäude Wilhelmstraße 98. Von 1938 bis Kriegsende residierte sie in einem von Häftlingen erbauten repräsentativen Gebäude am Rande des KZ Sachsenhausen in Oranienburg. Etwa 100 SS-Männer entschieden hier über Ernährung, Bekleidung und Unterbringung der Häftlinge, über Transporte und Todesmärsche, über Strafen und Hinrichtungen, Zwangsarbeit, medizinische Experimente und Massenmorde.
In seinem Vortrag, der mit Bildern aus der neuen Dauerausstellung im original erhaltenen Gebäude der KZ-Inspektion illustriert ist, berichtet Günter Morsch über die Entstehung, Bedeutung und Funktion der IKL sowie über ihre maßgebliche Beteiligung an Massenverbrechen.

Günter Morsch, 1952 geboren, ist Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen sowie Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt, darunter zuletzt die Monographie Sachsenhausen. Das „Konzentrationslager bei der Reichshauptstadt”. Gründung und Ausbau (2014) sowie die Ausstellungskataloge Mord und Massenmord im Konzentrationslager Sachsenhausen 1936–1945 (2005, Hg.), Das Konzentrationslager Sachsenhausen. Ereignisse und Entwicklungen 19361945 (2008, hg. mit Astrid Ley) und Die Zentrale des KZ-Terrors. Die Inspektion der Konzentrationslager 19341945. Eine Ausstellung am historischen Ort (2015, hg. mit Agnes Ohm).

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.