Dienstag, 17. Mai 2016 19:00 Uhr

Die Reichsparteitage in Nürnberg 1933–1938

Vortrag: Dr. Alexander Schmidt, Nürnberg
Moderation: Prof. Dr. Bernward Dörner, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Marschordnungen. Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg”

(Gemeinsam mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände der Stadt Nürnberg)

Für die Selbstdarstellung der Nationalsozialisten spielte die große Zahl inszenierter Massenveranstaltungen eine bedeutende Rolle. Eine Besonderheit nahmen die von 1933 bis 1938 jährlich stattfindenden Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg ein. Mit der Wahl Nürnbergs als Veranstaltungsort wurde eine historische Verbindung zu den kaiserlichen Reichstagen des Mittelalters hergestellt. Die mehrtägigen Reichsparteitage, für die im Laufe der Zeit monumentale Bauten auf dem Parteitagsgelände entstanden, wurden mit erheblichem propagandistischen Aufwand durchgeführt und waren zunehmend durch paramilitärische Aufmärsche zahlreicher NSDAP-Gliederungen und Verbände geprägt. Zur politischen Bühne wurde insbesondere der „Reichsparteitag der Freiheit” 1935, an dessen letztem Tag der eigens dafür in die Stadt einberufene Reichstag die „Nürnberger Rassengesetze” verabschiedete.
In seinem Vortrag schildert Alexander Schmidt die Dimensionen der Reichsparteitage und untersucht deren politische Funktion, Ästhetik und Wirkung. Er berichtet auch über die  Rezeption in den Medien des In- und Auslands.

Alexander Schmidt, 1963 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ausstellungskurator des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Nach einem Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaft und Soziologie wurde er mit einer Arbeit über Kultur in Nürnberg 1918–1933. Die Weimarer Moderne in der Provinz (2005) an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Er ist Herausgeber des Bandes Das Gelände. Dokumentation. Perspektiven. Diskussion. 19452015. Ausstellungskatalog des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände (2015).

Bernward Dörner, 1956 geboren, ist apl. Professor für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte. Er lehrt am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.