Dienstag, 15. November 2016 19:00 Uhr

Die Ordnungspolizei in der Sowjetunion: Besatzungsherrschaft und Judenmord

Vortrag: Dr. Jürgen Matthäus, Washington D.C.
Moderation: Klaus Hesse, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941–1944”

(Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas)

Nach Ernennung des Reichsführers-SS Heinrich Himmler zum Chef der Deutschen Polizei im Juni 1936 wurden das „Hauptamt Ordnungspolizei” für die uniformierte Polizei unter Kurt Daluege sowie das „Hauptamt Sicherheitspolizei” unter Reinhard Heydrich als oberste Reichsbehörden etabliert. Im Zweiten Weltkrieg spielte die Ordnungspolizei im Rahmen deutscher Repressionspolitik in den Besatzungsgebieten eine wesentliche Rolle bei der Herausbildung und Umsetzung der „Endlösung der Judenfrage”.
In seinem Vortrag skizziert Jürgen Matthäus Selbstverständnis, Aufgaben und Mordeinsätze der Ordnungspolizei im Kontext deutscher Besatzungsherrschaft nach dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941. Zusammen mit den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD sowie Verbänden der Waffen-SS ermordeten Einheiten der Ordnungspolizei, verstärkt durch einheimische Hilfspolizisten, allein bis Ende 1941 mindestens 500.000 Juden in den zivil verwalteten Gebieten.

Jürgen Matthäus, 1959 geboren, ist Leiter der Forschungsabteilung am United States Holocaust Memorial Museum in Washington D.C. und Mitglied im Internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors. Zu seinen neueren Publikationen zählen Naziverbrechen. Täter, Taten, Bewältigungsversuche (2013, hg. mit M. Cüp-pers und A. Angrick), die dreibändige Edition Dokumente der Einsatzgruppen in der Sowjetunion (2011–14, hg. mit K.-M. Mallmann, A. Angrick und M. Cüppers) und Alfred Rosenberg. Die Tagebücher von 1934 bis 1944 (2015, hg. mit F. Bajohr).

Klaus Hesse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator der Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße”.