Donnerstag, 2. Juni 2016 19:00 Uhr

Die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin

Vortrag: Prof. Dr. Peter Longerich, München
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Die Olympischen Sommerspiele fanden vom 1. bis zum 16. August 1936 in Berlin statt. Ebenso wie die vorangegangenen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen wurden sie mit erheblichem Aufwand vorbereitet und inszeniert. Zum ersten architektonischen NS-Großprojekt wurde der Bau des „Reichssportfelds”. Neben den sportlichen Wettkämpfen gab es ein aufwändiges Kulturprogramm, Feste und Empfänge. Während einerseits das „Fest der Völker” zelebriert wurde, verschärfte das NS-Regime andererseits seine Verfolgungsmaßnahmen und ließ nahezu zeitgleich in Oranienburg das Konzentrationslager Sachsenhausen errichten. Trotz der großen Propagandaanstrengungen war die Wahrnehmung der zum Teil auch von Protesten begleiteten Olympischen Spiele im Ausland geteilt. Hinter der glänzenden Fassade blieb vielen Journalisten die von der NS-Diktatur fortgesetzte Politik der Inhumanität und Kriegsvorbereitung nicht verborgen.
In seinem Vortrag gibt Peter Longerich einen Überblick über die Ereignisse der Olympischen Spiele in Berlin und analysiert die Selbstdarstellung des NS-Regimes sowie die nationale wie internationale Rezeption der Spiele. Er fragt auch, warum die Erinnerung an die Olympischen Spiele von 1936 lange Zeit überwiegend positiv besetzt war und lenkt den Blick auf die zahlreichen baulichen Hinterlassenschaften in Berlin.

Peter Longerich, 1955 geboren, seit 2000 Professor für Moderne Geschichte am Royal Holloway College der Universität London und Gründer des dortigen Holocaust Research Centre, ist seit 2013 an der Universität der Bundeswehr in München tätig. Er hat zahlreiche Dokumentationen und Gesamtdarstellungen zur Geschichte des Nationalsozialismus veröffentlicht, darunter Die braunen Bataillone (1989, durchges. Neuausgabe: Geschichte der SA, 2003), „Davon haben wir nichts gewusst!“ Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933–1945 (2006) sowie die Biographien über Heinrich Himmler (2008), Joseph Goebbels (2010) und Hitler (2015).

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.