Dienstag, 24. Oktober 2017 19:00 Uhr

Die Nürnberger „Nachfolgeprozesse”: Der Wilhelmstraßen-Prozess (Fall 11)

Der Wilhelmstraßen-Prozess (Fall 11)
1. November 1947 – 14. April 1949

Vorträge: Dirk Pöppmann, Paderborn, und Dr. Ralf Ahrens, Potsdam
Moderation: Dr. Claudia Steur, Berlin

Im Rahmen der Vortragsreihe Vor 70 Jahren. Die Nürnberger „Nachfolgeprozesse” 1946–1949

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Hamburger Edition)

Der Wilhelmstraßen-Prozess – auch als „Ministerien-Prozess” bezeichnet –  war der längste Prozess unter den zwölf „Nachfolgeprozessen” gegen ehemalige Repräsentanten von Eliten des „Dritten Reichs” vor US-amerikanischen Militärgerichten in Nürnberg. Außergewöhnlich war die prominente und heterogene Besetzung der Anklagebank: Unter den 21 Angeklagten befanden sich vier ehemalige Reichsminister, fünf ehemalige Staats- bzw. Unterstaatssekretäre aus dem Auswärtigen Amt, darunter der Hauptangeklagte Ernst von Weizsäcker, die beiden früheren Staatssekretäre Willhelm Stuckart aus dem Reichsinnenministerium und Otto Dietrich aus dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, ehemals bedeutende Vertreter der staatlichen und privaten Wirtschaft sowie ehemals hohe Vertreter der SS. In der deutschen Öffentlichkeit wurde der Fall 11 jedoch primär als Prozess gegen das Auswärtige Amt und seine Verstrickung in die Verbrechen des Nationalsozialismus wahrgenommen.
Die Vorträge widmen sich dem Verlauf und den Urteilen des Wilhelmstraßen-Prozesses. Dirk Pöppmann analysiert das Verfahren gegen Angehörige des Auswärtigen Amts und der SS, Ralf Ahrens beschäftigt sich mit den angeklagten Staats- und Wirtschaftsmanagern.

Dirk Pöppmann, 1970 geboren, ist Fachleiter für Geschichte am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Paderborn und Lehrer am Gymnasium Leopoldinum in Detmold. In dem 2013 von der Hamburger Edition publizierten Band „NMT. Die Nürnberger Militärtribunale zwischen Geschichte, Gerechtigkeit und Rechtschöpfung” (hg. v. Kim C. Priemel und Alexa Stiller) ist er mit dem Aufsatz Im Schatten Weizsäckers? Auswärtiges Amt und SS im Wilhelmstraßen-Prozess vertreten.Ralf Ahrens, 1963 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Zu seinen Buchpublikationen zählt Die Dresdner Bank 1945–1957. Konsequenzen und Kontinuitäten nach dem Ende des NS-Regimes (2007). In dem Band „NMT” ist er mit dem Aufsatz Die nationalsozialistische Raubwirtschaft im Wilhelmstraßen-Prozess vertreten.

Claudia Steur ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Topographie des Terrors.