Dienstag, 14. Mai 2013 19:00 Uhr

Die kirchliche „Machtergreifung” der „Glaubensbewegung Deutsche Christen”

Grußwort: Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Berlin

Vortrag: Prof. Dr. Manfred Gailus, Berlin

Moderation: Prof. Dr. Michael Grüttner, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Vortragreihe „Täter und Komplizen in Theologie und Kirchen 1933-1945”, gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Prof. Dr. Manfred Gailus)

Die „Glaubensbewegung Deutsche Christen” (DC) wurde bereits im Februar 1932 gegründet. Ihre „Zehn Richtlinien” vom 26. Mai 1932 propagierten ein „positives Christentum” auf Grundlage der NS-Rassenideologie und gingen teilweise wörtlich auf das Parteiprogramm der NSDAP zurück. Mit der Förderung der DC nach der Machtübernahme Hitlers zielte die NS-Führung darauf ab, die staatliche Gleichschaltungspolitik auch im Bereich der evangelischen Landeskirchen voranzutreiben und eine zentralisierte evangelische Reichskirche zu errichten. Aus den letzten Kirchenwahlen vom 23. Juli 1933 gingen die DC als haushoher Sieger hervor. Es kam zu einer grundlegenden Umgestaltung der meisten Landeskirchen. Am 27. September 1933 wurde Hitlers evangelischer Kirchenberater Ludwig Müller (DC) in Wittenberg einstimmig zum Reichsbischof gewählt.
In seinem Vortrag beschreibt Manfred Gailus die Entstehung und Entwicklung der DC, vor allem im Großraum Berlin, analysiert diese vor dem Hintergrund der Etablierung der NS-Diktatur, lenkt den Blick aber auch auf Protest und Widerstand und den Beginn der Bekennenden Kirche.

Manfred Gailus, 1949 geboren, ist apl. Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Sozial- und Politikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die Protestantismusgeschichte. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen, darunter Protestantismus und Nationalsozialismus. Studien zur nationalsozialistischen Durchdringung des protestantischen Sozialmilieus in Berlin (2001), Kirchliche Amtshilfe. Die Kirche und die Judenverfolgung im „Dritten Reich” (2008, Hg.) und Zerstrittene „Volksgemeinschaft”. Glaube, Konfession und Religion im Nationalsozialismus (2011, hg. mit Armin Nolzen).

Michael Grüttner, 1953 geboren, ist apl. Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Sozialgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie zur Geschichte des Nationalsozialismus vorgelegt. Seine Monographie Das Dritte Reich 19331939. Strukturen nationalsozialistischer Herrschaft wird im Frühjahr 2014 als Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, Band 19 erscheinen.

Täter und Komplizen in Theologie und Kirchen 1933-1945, Vortragsreihe (PDF)