Donnerstag, 23. Juni 2016 19:00 Uhr

Die „Falange” und das Franco-Regime in Spanien

Nachholtermin für die ausgefallene, ursprünglich am 31. Mai geplante Veranstaltung

Vortrag: Prof. Dr. Walther L. Bernecker, Nürnberg      
Moderation: Klaus Hesse, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Im Rahmen der Vortragsreihe Faschismus in Europa 1918–1945

(Gemeinsam mit Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin)

Die „Falange Española”, im Oktober 1933 in Madrid als „Bewegung der nationalen Einheit” unter dem Vorsitz des Anwalts José Antonio Primo de Rivera gegründet, entwickelte sich schon bald zu einer größeren Bewegung, die auf den Umsturz der Republik zielte. Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) kämpften die falangistischen Milizen unter General Francisco Franco, der 1937 eine Vereinigung der nationalistischen Gruppen durchsetzte und sich zum Führer der „Bewegung” erklärte. Seine Politik war von dem Willen bestimmt, einerseits ein „semifaschistisches” System aufzubauen und andererseits die Abhängigkeit gegenüber Deutschland und Italien zu reduzieren. Das Franco-Regime endete 1975.
In seinem Vortrag vermittelt Walther L. Bernecker einen Überblick über die Gründung und Entwicklung der faschistischen „Falange” und beschreibt deren Zielsetzung. Auch der Militärputsch unter Franco, der Verlauf und die Folgen des Bürgerkriegs werden thematisiert. Gezeigt wird, dass die faschistische Bewegung in Spanien den staatlichen Institutionen der autoritären Diktatur Francos unterworfen blieb.

Walther L. Bernecker, 1947 geboren, ist Professor em. für Auslandswissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur spanischen, portugiesischen und lateinamerikanischen Geschichte vorgelegt. Zu seinen neueren Publikationen gehören Krieg in Spanien 19361939 (2. Aufl., 2005), Geschichte Spaniens. Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart (4. Aufl., 2005, zus. mit Horst Pietschmann), Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert (2010), Kampf der Erinnerungen. Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 19362010 (5. Aufl., 2011, zus. mit Sören Brinkmann), Spaniens Geschichte seit dem Bürger-krieg (5. Aufl., 2015) und Spanische Geschichte. Vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart (6. Aufl., 2015).

Klaus Hesse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors.