Dienstag, 11. März 2014 19:00 Uhr

Der SS-Sport. Organisation – Funktion – Bedeutung

Kurzvorträge: Dr. Peter Tauber, Gelnhausen, und Prof. Dr. Hans Joachim Teichler, Potsdam
Buchpräsentation: Dr. Berno Bahro, Potsdam
Moderation: Dr. Thomas Lutz, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Die SS, als „Schutzstaffel” der NSDAP 1925 gegründet, war eines der zentralen Instrumente des NS-Terrors. Nach den Vorstellungen des „Reichsführer SS” Heinrich Himmler sollte die SS politischer Orden und „nationalsozialistische Elite“ sein. Neben der „Allgemeinen SS” gab es SS-Sonderformationen wie die Wachmannschaften der Konzentrationslager, die SS-Verfügungstruppe und während des Zweiten Weltkriegs die Waffen-SS.
In seinem Buch Der SS-Sport. Organisation – Funktion – Bedeutung (2013) zeigt Berno Bahro, dass die SS ihren Eliteanspruch auch mithilfe des Sports unter Beweis stellen und sich eine Führungsposition im deutschen Sport erkämpfen sollte. Bahro zeichnet die Entwicklung der Organisationsstrukturen des SS-Sports von seinen Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nach und informiert über Normen, Ziele und Erfolgsquoten des SS-Sports. Dessen wesentliche Akteure und Funktionsträger werden im Kontext ihrer internen Handlungs- und Konfliktfelder ebenso dargestellt wie die Position der SS im Kampf konkurrierender Kräfte um die Vormachtstellung im deutschen Sport während der NS-Zeit. Einführend zur Buchpräsentation geben Peter Tauber und Hans Joachim Teichler einen Überblick über die Funktion und Bedeutung des Sports von der Zeit des Kaiserreichs bis zur NS-Zeit.

Berno Bahro, 1977 geboren, ist akademischer Mitarbeiter am Arbeitsbereich Theorie und Praxis der Sportarten der Universität Potsdam. Nach einem Studium der Geschichte und des Sports wurde er mit der vorliegenden Studie an der Universität Potsdam promoviert. Zu seinen Veröffentlichungen gehört der gemeinsam mit Jutta Braun verfasste Band Berlin 36. Das Buch zum Film (2009) sowie Vergessene Rekorde – Jüdische Athletinnen vor und nach 1933 (2. Aufl. 2010, hg. mit Jutta Braun und Hans Joachim Teichler).

Peter Tauber, 1974 geboren, ist Generalsekretär der CDU Deutschlands und Mitglied des Deutschen Bundestags. Er wurde bei Lothar Gall am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt/M. promoviert. Die Studie erschien 2008 unter dem Titel Vom Schützengraben auf den grünen Rasen. Der Erste Weltkrieg und die Entwicklung des Sports in Deutschland.

Hans Joachim Teichler, 1946 geboren, ist Professor i.R. für Zeitgeschichte des Sports am Institut für Sportwissenschaft der Universität Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Arbeitersport, Sportpolitik im „Dritten Reich” und in der DDR.

Thomas Lutz ist Gedenkstättenreferent der Stiftung Topographie des Terrors. Er hat seine 1. Staatsexamensarbeit über „Die Turn- und Sportlehrerausbildung am Institut für Leibesübung Marburg 1933–1945” verfasst.