Dienstag, 23. Februar 2016 19:00 Uhr

Der Nationalsozialismus in Deutschland

Vortrag: Prof. Dr. Michael Wildt (Humboldt-Universität zu Berlin)
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama (Stiftung Topographie des Terrors, Berlin)  

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Im Rahmen der Reihe Faschismus in Europa 1918–1945

(In Kooperation mit Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin)

Nach der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 wurde in Deutschland innerhalb kurzer Zeit eine Diktatur etabliert, von der viele glaubten, dass sie nach Mussolinis Sieg 1922 in Italien ein neues faschistisches Regime darstellen würde.
In seinem Vortrag gibt Michael Wildt einen Überblick über die Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland. Er beschreibt die Entstehung der nationalsozialistischen Bewegung aus dem Ersten Weltkrieg, ihren Aufstieg in der Weimarer Republik, den Machtantritt der Nationalsozialisten und die Etablierung der NS-Diktatur. Im Zentrum steht die Frage, welche Verhältnisse und welche Akteure notwendig waren, damit die Nationalsozialisten erfolgreich die Macht erobern und behalten konnten. Gefragt wird auch, inwieweit der Nationalsozialismus im italienischen Faschismus sein Vorbild fand, welche wechselseitigen Einflüsse es gab und inwiefern der Nationalsozialismus als eigenständige radikale Form faschistischer Ideologie und Herrschaft zu betrachten ist.

Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte der Gewalt und zum nationalsozialistischen Terror vorgelegt. Zu den neueren Publikationen gehören Nachrichtendienst, politische Elite, Mordeinheit. Der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (2003, Hg.), Geschichte des Nationalsozialismus (2008), Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus (2009, hg. mit Frank Bajohr) und Himmler privat. Briefe eines Massenmörders (2014, mit Katrin Himmler). Seine Studie Generation des Unbedingten. Das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamts (2002, durchges. und akt. Neuausgabe 2008) ist ein Standardwerk.

Arnd Bauerkämper, 1958 geboren, ist Professor für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin. Zu seinen neueren Veröffentlichungen zählen Der Faschismus in Europa 1918–1945 (2006) und Das umstrittene Gedächtnis. Die Erinnerung an Nationalismus, Faschismus und Krieg in Europa seit 1945 (2012).