Dienstag, 1. September 2015 19:00 Uhr

Den Mördern ins Auge gesehen. Berichte eines jungen Journalisten vom Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963-1965

Buchpräsentation: Dr. Peter Jochen Winters, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Vor 50 Jahren, am 20. August 1965, endete vor dem Landgericht Frankfurt am Main nach 183 Verhandlungstagen der Auschwitz-Prozess mit der Verkündung und Begründung des Urteils. Der Prozess gilt als eine der Wegmarken der deutschen Geschichte: der noch nicht beendeten ernsthaften Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit als „Gerichtstag halten über uns selbst” (Fritz Bauer).
Peter Jochen Winters hat als Redakteur der Wochenzeitung Christ und Welt den Auschwitz-Prozess besucht und darüber geschrieben. Das Buch enthält seine damaligen Aufsätze, die nicht zuletzt wegen der darin aufgeworfenen Fragen und geäußerten Gedanken heute Zeitzeugenberichte sind. Ergänzt werden sie durch spätere Artikel des Autors zu Auschwitz aus der FAZ. Im Anhang des Buches finden sich zudem Auszüge aus dem Frankfurter Urteil, der damaligen Zeugenaussage des SS-Richters Konrad Morgen und dem Urteil des Obersten Gerichts der DDR im Verfahren gegen den Auschwitz-Arzt Dr. Horst Fischer.

Peter Jochen Winters, 1934 geboren, absolvierte ein Studium der Wirtschafts- und Politikwissenschaften, der Soziologie sowie Rechts- und Staatsphilosophie. Von 1960 bis 1967 war er Redakteur der Wochenzeitung Christ und Welt, von 1968 bis 1999 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; seit 1972 in Berlin (West), war er von 1977 bis 1990 zugleich als ständiger Korrespondent der FAZ in der DDR akkreditiert. Für seine Berichterstattung über den Auschwitz-Prozess erhielt er 1965 den „Deutschen Journalistenpreis”. Zu seinen Publikationen gehören die Bände Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (3. Aufl., 2012) und Dokumentations­zentrum Topographie des Terrors Berlin (2012). Peter Jochen Winters war Mitglied der 1989 vom Berliner Senat berufenen Fachkommission und danach langjähriges Mitglied im Arbeitsausschuss der Stiftung Topographie des Terrors.

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.