Dienstag, 30. Juni 2015 19:00 Uhr

Das Kriegsende 1945 im Ostseeraum

„Schickt Schiffe!” –  Flucht über die Ostsee
Vortrag: Dr. Heinrich Schwendemann, Freiburg

KZ-Schiffe auf der Ostsee
Vortrag: Dr. Detlef Garbe, Hamburg

Moderation: Dr. Claudia Steur, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Deutschland 1945 – Die letzten Kriegsmonate”

Der von der NS-Führung seit Januar 1945 selbstzerstörerisch geführte „Endkampf” betraf zunehmend das deutsche Reichsgebiet und insbesondere den Ostseeraum. Nach Beginn der Großoffensive der Roten Armee waren Millionen Menschen im Osten auf der Flucht. In den Hafenstädten der Ostsee warteten Hunderttausende, weil die Marine wegen militärischer Transportprioritäten zu wenig Schiffe zur Verfügung stellte. Aufgrund der herannahenden alliierten Truppen im norddeutschen Raum ließ die SS hier als eines der letzten großen Konzentrationslager auch das KZ Neuengamme räumen. Zahlreiche Häftlinge wurden Ende April 1945 schließlich auf Schiffe in der Lübecker Bucht verladen, die als „schwimmende Konzentrationslager” requiriert worden waren.
In ihren Vorträgen schildern Heinrich Schwendemann und Detlef Garbe die Geschehnisse der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs im Ostseeraum.

Heinrich Schwendemann, 1956 geboren, ist Akademischer Oberrat am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er hat mehrere Publikationen zur Thematik vorgelegt, u.a. den Artikel Inferno und Befreiung: „Schickt Schiffe!” (2005, „Zeit online”) sowie die Aufsätze Das Programm der Regierung Dönitz und der Beginn der Legendenbildung (2002), Der deutsche Zusammenbruch im Osten 1944/5 (2004) und Flucht und Vertreibung der ostdeutschen Bevölkerung 1944–1947/48: Ursachen und Ereignis (2015).

Detlef Garbe, 1956 geboren, ist Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Der Historiker hat zahlreiche Studien zur Geschichte der Konzentrationslager, zu marginalisierten Opfergruppen, zur Wehrmachtjustiz und zur Vergangenheitsbewältigung publiziert. Zuletzt erschien sein Band Neuengamme im System der Konzentrationslager. Studien zur Ereignis- und Rezeptionsgeschichte (2015).

Claudia Steur ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Topographie des Terrors und Kuratorin der Ausstellung „Deutschland 1945 – Die letzten Kriegs-Monate”.