Dienstag, 24. Februar 2015 19:00 Uhr

Besetzung und Kriegsende 1945

Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin
Vortrag: Prof. Dr. Klaus-Dietmar Henke, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Rolf-Dieter Müller, Potsdam

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8,  Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Deutschland 1945 – Die letzten Kriegsmonate”

Anfang 1945 war der von Deutschland 1939 begonnene Zweite Weltkrieg für alle erkennbar verloren. Doch anstatt zu kapitulieren, setzte die NS-Führung den Krieg fort. Die Armeen der Anti-Hitler-Koalition, die die deutschen Fronten immer weiter zurückgedrängt hatten, standen nun an den Grenzen des Deutschen Reichs, um das NS-Regime zu besiegen. In den Monaten bis Kriegsende wurden viele Städte von der NS-Führung zu „Festungen” erklärt – die dadurch provozierten Kämpfe haben unzähligen Menschen das Leben gekostet und nachhaltige Zerstörungen bewirkt. 

In seinem Vortrag versucht Klaus-Dietmar Henke, das Panorama von Eroberung und Besetzung, Rettung und Vernichtung skizzenhaft aufzuzeigen, das erst Jahrzehnte später in Deutschland weniger als „Zusammenbruch” denn als „Befreiung” gesehen werden konnte. Er präzisiert auch, warum an sich von zweierlei Kriegsende gesprochen werden müsste, denn für die Menschen hing viel davon ab, ob sie von den Truppen der Westalliierten oder von der Roten Armee überrollt wurden.

Klaus-Dietmar Henke, 1947 geboren, lehrte bis 2012 Zeitgeschichte an der Technischen Universität Dresden. Zuvor war er am Institut für Zeitgeschichte in München tätig und leitete danach die wissenschaftliche Abteilung beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU). Er ist langjähriger Beiratsvorsitzender der Stiftung Berliner Mauer und derzeit Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendiensts. Zu seinen neueren Veröffentlichungen gehören Die Dresdner Bank im Dritten Reich (2006) und Die Mauer. Errichtung, Überwindung, Erinnerung (2011). In seinem 1995 erschienenen Hauptwerk befasst er sich mit der amerika-nischen Besetzung Deutschlands 1944/45.

Rolf-Dieter Müller, 1948 geboren, war bis 2012 Leitender Wissenschaftlicher Direktor am Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr in Potsdam. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs vorgelegt, u.a. ist er Mitautor der Bände 4, 5 und 10 der Reihe Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Er war wissenschaftlicher Berater der Ausstellung „Deutschland 1945” und ist in dem 2014 publizierten Katalogband mit dem Beitrag 1945 – Die letzten Kriegsmonate in Deutschland vertreten.