Donnerstag, 10. Juli 2014 19:00 Uhr

Berliner Tatorte. Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

Die Stiftung Topographie des Terrors zeigt vom 11. Juli bis 24. August 2014 die Sonderausstellung „Berliner Tatorte. Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt”, die von „ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus” konzipiert worden ist. Anlässlich der Präsentation der Fotoausstellung im Auditorium lädt die Stiftung gemeinsam mit ReachOut zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ein.

Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Berlin
Vortrag: Anetta Kahane, Berlin
Ausstellungspräsentation: Sabine Seyb und Jörg Möller (beide Berlin)
Moderation: Dr. Thomas Lutz, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Von über 1.400 gewalttätigen Angriffen mit rechtem, rassistischem und antisemitischen Hintergrund hat die Berliner Beratungsstelle ReachOut allein in den Jahren 2002 bis 2013 erfahren. Dokumentiert und veröffentlicht ist jeder einzelne Angriff in einer berlinweiten Chronik. Ausgewählte Beispiele zeigt die Ausstellung Berliner Tatorte, die seit 2005 als Wanderausstellung besteht und jährlich aktualisiert wird.
Sabine Seyb und Jörg Möller berichten über Entstehung, Inhalte und Gestaltung der Ausstellung. Einführend vermittelt Anetta Kahane einen Überblick über die Situation in der Stadt.

Anetta Kahane, 1954 geboren, ist Vorsitzende der 1998 von ihr mitgegründeten Amadeu Antonio Stiftung. Die Journalistin absolvierte ein Studium der Lateinamerikanistik und arbeitete als Übersetzerin. 1989 war sie Ausländerbeauftragte des Magistrats von Ost-Berlin. 1991 gründete sie die Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule. Für ihr Engagement gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus wurde sie 2002 mit dem Moses-Mendelssohn-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet.

Sabine Seyb, 1963 geboren, ist eine der Initiatorinnen und Mitarbeiterin der seit 2001 bestehenden Beratungsstelle ReachOut. Zu ihren Tätigkeiten gehört die Öffentlichkeitsarbeit für die Ausstellung Berliner Tatorte, die über das Berliner Landesprogramm gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus finanziert wird. 1989 war die Politologin in Berlin Mitbegründerin des Antirassistischen Telefons, der bundesweit ersten Meldestelle für Betroffene rassistischer Gewalt und Diskriminierung.

Jörg Möller, 1966 geboren, arbeitet als freier Fotograf. Er absolvierte ein Studium der Fotografie sowie ein Meisterschülerstudium bei Prof. Timm Rautert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Von Beginn an begleitet er das Ausstellungsprojekt Berliner Tatorte künstlerisch und organisatorisch.