Dienstag, 8. Oktober 2013 19:00 Uhr

Berichterstattung und Propaganda: Wochenschauen im Nationalsozialismus

Vortrag: Alexander Zöller
Moderation: Dr. Judith Prokasky

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Im Rahmen der Ausstellung „Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Macht­instrument”)

In der NS-Zeit gehörten anfangs verschiedene Wochenschauen mit einer breiten Themenpalette zum Programmbestandteil deutscher Kinos. Als Propagandamedium instrumentalisiert, wurden sie zunehmend kontrolliert und professionalisiert. Im Mai 1935 wurde im „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda” das Deutsche Film-Nachrichtenbüro eingerichtet, um die Produktion und Präsentation der Wochenschauen zentral zu lenken. Ab Kriegsbeginn durfte nur noch eine einzige Wochenschau produziert werden, die ab Juni 1940 unter dem Titel „Deutsche Wochenschau” lief. Sie entstand im verstaatlichten Ufa-Konzern und stand unter persönlicher Kontrolle von Joseph Goebbels und Adolf Hitler. Die von den Kriegsfronten gelieferten Aufnahmen stammten durchweg von „Filmberichtern” eigens aufgestellter „Propagandakompanien”.
In seinem Vortrag gibt Alexander Zöller einen Überblick über das Spektrum der Wochenschauen im Nationalsozialismus, zeichnet anhand von Filmbeispielen ihre Entwicklung als Propagandamedium von der Vorkriegszeit bis zur Kriegswochenschau nach und beschreibt ihre Wirkung auf das Publikum. Dabei lenkt er den Blick auch auf die Probleme der NS-Propaganda nach der Kriegswende von Stalingrad 1942/43.

Alexander Zöller, 1979 geboren, studiert Archivwissenschaft an der Fachhochschule Potsdam. Er war bzw. ist für das Bundesarchiv in Koblenz (Bildarchiv) und Berlin (Filmarchiv) sowie für die Stiftung Deutsche Kinemathek in Berlin tätig. Zum Thema der visuellen deutschen Propaganda im Zweiten Weltkrieg hat er diverse Vorträge im In- und Ausland gehalten und Aufsätze publiziert, u.a. Soldaten oder Journalisten? Das Image der Propagandakompanien zwischen Anspruch und Wirklichkeit (2010).

Judith Prokasky, 1972 geboren, studierte Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und Neuere deutsche Literatur und ist seit 2001 im Museums- und Ausstellungsbereich tätig. Sie ist Kuratorin der Ausstellung „Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Machtinstrument”. Zu ihren Publikationen gehört Die Kamera als Waffe. Propagandabilder des Zweiten Weltkriegs (2010, hg. mit Rainer Rother).

„Zwischen den Zeilen?” Begleitprogramm (PDF)