Dienstag, 4. Oktober 2016 19:00 Uhr

Barbarossa: Strategische Planungen und politische Vorentscheidungen Juni 1940 – Juni 1941

Vortrag: Prof. Dr. Ulrich Herbert, Freiburg
Moderation: Uwe Neumärker, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941–1944”

(Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas)

Bereits im Sommer 1940, ein knappes Jahr nach Abschluss des Hitler-Stalin-Pakts, gab es in der deutschen Führung Überlegungen für einen Krieg gegen die Sowjetunion. Nachdem der Luftkrieg gegen Großbritannien erfolglos geblieben war, bereitete Hitler am 21. Juli 1940 seine Oberbefehlshaber erstmals auf die Möglichkeit des Krieges gegen die Sowjetunion vor, für den er fünf Monate einplante. Im ersten Halbjahr 1941 wurden die wesentlichen Richtlinien und Erlasse erarbeitet, die den Weg zum Vernichtungskrieg ebneten.
In seinem Vortrag analysiert Ulrich Herbert die unter dem Decknamen „Barbarossa” geführten strategischen Planungen und politischen Vorentscheidungen der deutschen Führung zwischen dem Sommer 1940 und dem Sommer 1941, als die Wehr-macht in die Sowjetunion einfiel. Er untersucht dabei auch, wie sich das Ziel der Gewinnung eines Kolonialreichs mit dem Konzept eines rasseideologisch motivierten Vernichtungskrieges verband.

Ulrich Herbert, 1951 geboren, ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg und Mitherausgeber der Edition Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 19331945. Zu seinen Publikationen gehören die Bücher Fremdarbeiter. Politik und Praxis des „Ausländer-Einsatzes” in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches (1985, 4. Aufl. 1999), Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft, 19031989 (1996, 6. Aufl. 2015), Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert (2014) und Das Dritte Reich. Geschichte einer Diktatur (2016).

Uwe Neumärker ist Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.