Dienstag, 2. Juni 2015 19:00 Uhr

Auschwitz im Bild. Zur kritischen Analyse der Auschwitz-Alben

Vortrag: Dr. Stefan Hördler, Weimar/Nordhausen, und
Dr. Christoph Kreutzmüller, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Michael Wildt, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz)

Die von SS-Männern 1944 aufgenommenen Fotos aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau sowie dem nahe gelegenen SS-Erholungsheim sind inzwischen zu Ikonen geworden und werden häufig illustrativ reproduziert. Gleichwohl stellen die sogenannten Lili Jacob und Karl Höcker Alben aus Auschwitz wichtige Quellen dar, die Aufschluss über Tatabläufe und Täter geben. Wie sind die Fotos zu lesen? In welchem Verhältnis stehen die Alben zueinander? In welcher Reihenfolge wurden die Fotos aufgenommen? Wer ist zu erkennen? Hier setzt die Detailanalyse von Stefan Hördler und Christoph Kreutzmüller an.

Stefan Hördler, 1977 geboren, ist Leiter der KZ Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Zuvor war er u.a. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Washington, DC, und am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien sowie Leiter der Neugestaltung der Gedenkstätte „Köpenicker Blutwoche” in Berlin. Er studierte und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine neuesten Buchveröffentlichungen sind SA-Terror als Herrschaftssicherung. „Köpenicker Blutwoche” und öffentliche Gewalt im Nationalsozialismus (2013) und Ordnung und Inferno. Das KZ-System im letzten Kriegsjahr (2015).

Christoph Kreutzmüller, 1968 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Der Historiker promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und war dort u.a. Koordinator des Projekts „Jüdische Gewerbebetriebe in Berlin 1930 bis 1945”. Zu seinen Veröffentlichungen gehören der zusammen mit Julia Werner verfasste Band Fixiert. Fotografische Quellen zur Verfolgung und Ermordung der Juden in Europa. Eine pädagogische Handreichung (2012) und Ausverkauf. Die Vernichtung der jüdischen Gewerbetätigkeit in Berlin 1930–1945 (2. Aufl. 2013).

Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter der gemeinsam mit Christoph Kreutzmüller herausgegebene Band Berlin 19331945 (2013).