Dienstag, 13. Dezember 2016 19:00 Uhr

Als „persönlicher Gefangener” Hitlers in KZ-Haft. Der evangelische Pfarrer Martin Niemöller

Vortrag: Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Martin Niemöller (1892–1984), seit 1910 Marineoffizier, war im Ersten Weltkrieg U-Boot-Kommandant. 1919 nahm er ein Theologiestudium auf. Seit 1931 Pfarrer in Berlin-Dahlem, entwickelte er sich nach anfänglichen Sympathien für den Nationalsozialismus schon bald zu einer der zentralen Personen des christlichen Widerstands. 1933 war er Begründer des „Pfarrernotbunds” – dem Vorläufer der „Bekennenden Kirche”. Wegen seiner regimekritischen Haltung, die er auch in seinen Predigten zum Ausdruck brachte, wurde Niemöller am 1. Juli 1937 festgenommen. Zunächst war er im Untersuchungsgefängnis Moabit inhaftiert, später im KZ Sachsenhausen, am 15. Juli 1938 wurde er vorübergehend in die Gestapo-Zentrale in Berlin gebracht. 1941 wurde er in das KZ Dachau überstellt, wo er bis zur Evakuierung des Lagers blieb.
Nach dem Krieg beteiligte Niemöller sich am Wiederaufbau der evangelischen Kirche, war Mitunterzeichner des „Stuttgarter Schuldbekenntnisses” und übernahm leitende Ämter innerhalb der evangelischen Kirche. Seit 1954 Präsident der Deutschen Friedensgesellschaft, lehnte Niemöller eine Wehrpflicht und Wiederaufrüstung in Deutschland ab und trat vielfach für eine politische Annäherung zwischen Ost und West ein.
In seinem Vortrag schildert Nikolaus Schneider den Werdegang Martin Niemöllers und analysiert leitende Motive für Niemöllers öffentliches Wirken.

Nikolaus Schneider, 1947 geboren, war von 2010 bis 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland und zuvor Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Nach einem Studium der Theologie in Wuppertal, Göttingen und Münster trat er 1977 seine erste Pfarrstelle in Duisburg-Rheinhausen an. Für seine Tätigkeiten ist Nikolaus Schneider vielfach geehrt und ausgezeichnet worden, u.a. ist er Träger des Leo-Baeck-Preises.

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.