Freitag, 31. Mai 2013 09:30 Uhr

10. Berlin-Brandenburgisches Forum für zeitgeschichtliche Bildung

Topographie des Terrors
Niedekirchnerstraße 8
Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei
Anmeldung erforderlich

Programm (PDF)
Anmeldung (PDF)

(Gemeinsam mit den Arbeitskreisen I und II der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg)

Seit 1976 gilt der Beutelsbacher Konsens gemeinhin als Grundlage für die Vermittlung von Zeitgeschichte. Das Überwältigungsverbot wurde bislang ebenso wenig wie das Gebot der Kontroversität oder das Prinzip der Schülerorientierung hinterfragt. Er wurde jedoch seitdem auch nicht in größerem Maße hinsichtlich seiner Bedeutung und praktischen Umsetzung im öffentlichen Raum diskutiert oder weiterentwickelt.

Während Pädagoginnen und Pädagogen der schulischen und außerschulischen Bildung auch nach 1990 bei der Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und der SED-Diktatur zumindest theoretisch an diesen Prämissen festhielten, entwickelte sich im politisch öffentlichen Diskurs schleichend die Forderung nach der „einen”, „wahren” Geschichtserzählung, die – so implizit unterstellt – mit den unterschiedlichsten Mitteln durchzusetzen sei.

Ein Ergebnis dieses Prozesses ist eine zunehmende Spannung zwischen didaktischen Überzeugungen einerseits und politischen Forderungen andererseits, die zu einer Unsicherheit bei Lehrenden und Lernenden führen kann. Schülerinnen und Schüler meinen vielfach, sozial erwünschte Antworten geben zu müssen. Lehrende müssen sich zurechtfinden im Spannungsfeld der durch den öffentlichen Diskurs geschaffenen Bedingungen und den in den Rahmenrichtlinien festgelegten Anforderungen, wie beispielsweise die Erwartung kontroverser Fragestellungen in mündlichen Präsentationsprüfungen. Darüber hinaus fehlt in der Lernsituation vielfach ein sinnvoller Rahmen, um über die zwangsläufig auch gegebenen Grenzen von Kontroversität und Pluralität im Umgang mit Diktaturgeschichte zu reflektieren.

Nachdem im Rahmen des Forums für zeitgeschichtliche Bildung 2012 die Reflexion zum aktuellen Umgang mit dem Beutelsbacher Konsens angestoßen wurde, wird sich das Forum 2013 vertieft der Frage widmen, wie mit dem Spannungsverhältnis öffentlicher Diskurs und praktische Lernsituation aus didaktischer Sicht im Rahmen der Gedenkstättenarbeit umgegangen werden kann.

Wir laden Sie herzlich ein, diese Fragen auf dem 10. Berlin-Brandenburgischen Forum für zeitgeschichtliche Bildung zu diskutieren. In diesem Jahr wird das Forum veranstaltet von der Stiftung Topographie des Terrors.