Dienstag, 27. März 2012 20:00 Uhr

Widerstand und Repression in dem von Deutschland annektierten Gebiet Altbelgiens 1940–1944

Begrüßung: Professor Dr. Andreas Nachama, Geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

Grußworte: S.E. Renier Nijskens, Botschafter von Belgien, Berlin, und Karl Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Eupen

Vortrag: Dr. Herbert Ruland, GrenzGeschichte DG, Eupen

Zeitzeugengespräch mit Helmut Clahsen, Aachen

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Belgischen Botschaft in Berlin, der Vertretung der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Wallonie und der Föderation Wallonie – Brüssel in Berlin, GrenzGeschichteDG sowie der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz)

Am 10. Mai 1940 begann der deutsche Angriff im Westen. Am 28. Mai legten die Streitkräfte Belgiens die Waffen nieder, das besetzte Land kam unter deutsche Militärverwaltung, mit Sitz in Brüssel. Bereits am 18. Mai 1940 war durch „Führererlass“ die „Wiedervereinigung der Gebiete von Eupen, Malmedy und Moresnet mit dem Deutschen Reich“ verfügt worden. Infolge dessen wurden nicht nur die von Deutschland aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919/20 abgetretenen Landesteile annektiert, sondern auch zehn altbelgische Gemeinden mit mehrheitlich deutsch-sprachiger Bevölkerung.

In seinem Vortrag gibt Herbert Ruland einen Überblick über die Situation im annektierten altbelgischen Gebiet und informiert anhand von biographischen Beispielen über die vielfältigen Formen des Widerstands der Bevölkerung sowie die Maßnahmen des staatlichen Repressionsapparats. Im Rahmen des Zeitzeugengesprächs mit Helmut Clahsen wird auch ein Ausschnitt aus dem von Ruland produzierten Dokumentarfilm Helmut Clahsen. „Von Schutzengeln auf zwei Beinen und Verrätern in der eigenen Familie.“ Ein jüdisches Kind überlebt den NS-Terror (2011) präsentiert, der die Orte zeigt, an denen Clahsen 1943/44 von engagierten Personen versteckt wurde.

Herbert Ruland, 1952 geboren, Sozialwissenschaftler, Autor und Dokumentarfilmer, ist Wissenschaftlicher Leiter der Arbeitsabteilung GrenzGeschichte DG an der Autonomen Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens.

Helmut Clahsen, 1931 in Aachen geboren, ist als Schriftsteller tätig. Der erste Teil seiner Autobiographie Mama, was ist ein Judenbalg? Eine jüdische Kindheit in Aachen 19351945 erschien 2004; die Fortsetzung folgte 2011 mit Und danach David? Ist Goliath wirklich besiegt? – Überleben im zerstörten Aachen 19451949.

Die Veranstaltung findet anlässlich des belgischen Vorsitzes in der International Holocaust Remembrance Organisation (IHRO) statt.