NS-„Volksgemeinschaft“: Gemeinschaft und Ausgrenzung
Die Verheißung einer „rassisch reinen“ „Volksgemeinschaft", in der „Klassenkampf" und „Parteienzwist" überwunden sein sollten, prägte die Propaganda der Nazis. Aber wie sah die Realität aus? Das Seminar zielt in den Inhalten und Methoden (Selbstführung, Quellenkritik) auf einen selbstständigen Zugang der Teilnehmer zu Fragen der propagandistischen Darstellung und politisch-sozialen Realität der NS-„Volksgemeinschaft“ und zeigt, wer davon profitiert und wer darunter gelitten hat.
„Täter – Opfer – Zuschauer“: Lebens- und Handlungsperspektiven in der NS-Zeit
Anhand ausgewählter Beispiele öffentlich inszenierten Terrors setzen sich die Teilnehmer kritisch mit den Kategorien „Täter – Opfer – Zuschauer“ auseinander, fragen nach Entstehungsbedingungen und Entwicklungsperspektiven und erhalten so Einblick in die alltägliche Funktionsweise der NS-Herrschaft.
Rassistische „Volksgemeinschaft“: Die geheime „Euthanasie“ – die Vernichtung „lebensunwerten“ Lebens
Das Seminar thematisiert die Organisation und die Durchführung der Krankenmorde. Exemplarisch wird das Schicksal der Opfer skizziert und mit einem Blick auf die Biographien einzelner Täter konfrontiert. Möglichkeiten und Grenzen des Protests gegen die Massentötung werden ebenso erörtert wie die organisatorischen und personellen Verflechtungen von Krankenmord und Holocaust. Schließlich wird der Frage nach dem juristischen Umgang mit den Krankenmorden im Nachkriegsdeutschland nachgegangen
NS-„Volksgemeinschaft“: Die Verfolgung von Sinti und Roma („Zigeunern“) und „Asozialen“
Dass bei der Etablierung der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ angepasstes Sozialverhalten auch mit Terror erzwungen und als „Gemeinschaftsfremde“ definierte Menschen ausgegrenzt und vernichtet wurden, soll am Beispiel der Verfolgung von sogenannten „Asozialen“ und „Zigeunern“ (Sinti und Roma) deutlich gemacht werden. Die Teilnehmer erarbeiten anhand von zeitgenössischen Gesetzen, Erlassen und Verordnungen wie Diskriminierung und polizeiliche Überwachung dieser Menschen im Nationalsozialismus rassebiologisch begründet wurde und sich fortlaufend radikalisierte. Mit Hilfe von personenbezogenem Quellenmaterial werden die konkreten Auswirkungen auf einzelne Biographien exemplarisch erforscht.


