Vorschau

13. Juni bis
4. November 2012

Die Wilhelmstraße 1933–1945

Sonder- und Wechselausstellungen

Seit ihrem Bestehen im Jahr 1992 hat die Stiftung Topographie des Terrors zahlreiche Sonder- und Wechselausstellungen erarbeitet, die mit großem Erfolg im In- und Ausland gezeigt wurden.


Im Gedenken der Kinder
Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit

18. Januar bis 20. Mai 2012

Eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.

Über siebzig Jahre nach dem Beginn systematischer Tötungen von geistig und körperlich behinderten Menschen 1939/40 erinnert die Ausstellung an das dunkle Kapitel der „Kinder-Euthanasie” während der Zeit des Nationalsozialismus. Auf der Grundlage der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden in Deutschland auch an kranken und behinderten Kindern und Jugendlichen medizinische Verbrechen begangen. Über 10.000 von ihnen fielen bis 1945 den verschiedenen Programmen zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens” zum Opfer. Mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche wurden allein in „Kinderfachabteilungen” – eigens für die Tötung geschaffenen Einrichtungen – gequält und ermordet. Kinder wurden aber auch Opfer der Gasmordaktion „T4” und der „Hungerkost” in Anstalten und Heimen; sie wurden für Experimente missbraucht und ihre Organe nach dem Tod für Forschungszwecke verwendet.

Die Ausstellung zeigt, dass es Ärztinnen und Ärzten bei der Tötung in der Regel nicht um die schmerzlose Beendigung individuellen Leidens ging, sondern entsprechend der nationalsozialistischen Rassenideologie um die „Befreiung” des Allgemeinwesens von „Balastexistenzen”, deren Leben nur dann verlängert wurde, wenn sie noch „der Wissenschaft dienen” konnten.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor.

Durch die Ausstellung können Führungen gebucht werden.

 

„Vor aller Augen” – Die Deportation der Juden und die Versteigerung ihres Eigentums: Fotografien aus Lörrach, 1940

25. Oktober 2011 bis 8. Januar 2012

Die in der Ausstellung gezeigten Bildserien mit insgesamt 42 Fotografien der Deportation von Juden in Lörrach am 22. Oktober 1940 sowie der Versteigerung von Hausrat aus ihren Wohnungen, wenige Wochen nach diesem öffentlichen Verbrechen, stellen eine erschütternde visuelle Dokumentation dar. Für beide Serien sind die originalen Negative des Fotografen, eines Kriminalpolizeibeamten, erhalten. Wegen der nur spärlichen schriftlichen Überlieferung zum Geschehen kommt den visuellen Quellen besondere Bedeutung zu, obwohl sie aus der Perspektive der Täter und in deren Auftrag entstanden. Sie vermögen in großer Unmittelbarkeit atmosphärische Aspekte des Geschehens, die Facetten der Sozialgeschichte dieses einen unter so vielen NS-Verbrechen beleuchten, zu belegen. Haben sie doch im Bild aufbewahrt, wer auf  Seiten der Täter beteiligt war, aber auch, dass dieses Verbrechen teilweise öffentlich, vor den Augen vieler Zuschauer stattfand.

Zur Ausstellung liegt eine illustrierte Begleitpublikation vor.

 

Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht

6. April bis 18. September 2011

Eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenk - und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Vor 50 Jahren, im April 1961, eröffnete das Jerusalemer Bezirksgericht das Verfahren gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer und Leiter des „Judenreferats IV B 4” im Reichssicherheitshauptamt Adolf Eichmann. Die Verhandlung wurde zu einem großen Medienereignis. Im Licht der Öffentlichkeit stand dabei nicht nur ein Täter des Holocaust. Erstmals erhielten auch die Schilderungen der Opfer weltweite Aufmerksamkeit: In Jerusalem begann die Ära der Zeitzeugen. Das Auftreten Eichmanns vor Gericht wiederum löste Diskussionen um Schuld und Verantwortung Einzelner im nationalsozialistischen System aus. Die Ausstellung widmete sich beiden Aspekten des Verfahrens, dem Bezeugen der Überlebenden und der Strategie des Täters; in ihrem Zentrum stand das Originalfilmmaterial aus dem Gerichtssaal.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor.

 

Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen.
Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten

20. Oktober 2010 bis 27. Februar 2011

Eine Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten /
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (Erstpräsentation 2006)

Die Ausstellung zeigt Fotos aus einem im Archiv des russischen Geheimdienstes in Moskau gefundenen Dienstalbums des SS-Obersturmführer Karl Otto Koch, das dessen SS-Karriere von Mai 1933 bis Mitte 1937 dokumentiert. Koch übernahm 1936 die Leitung des neuen Konzentrationslagers Sachsen­hausen, das als „modernes” Konzentrationslager, als ein Modell- und Schulungslager gebaut worden war und von wo aus schon bald alle Konzentrationslager verwaltet und organisiert wurden. Zuvor hatte Koch bereits als Kommandant in den Lagern Hohenstein, Sachsenburg, Columbia Berlin, Lichtenburg und Esterwegen gedient.

 


Das Gesicht des Gettos.
Bilder jüdischer Photographen aus dem Getto Litzmannstadt
1940–1944

23. Juni bis 3. Oktober 2010

Im Auftrag des Litzmannstädter „Judenrates” machten einige jüdische Photographen tausende Bilder von nahezu allen Bereichen des Gettolebens. Die fast 12.000 erhaltenen Kontaktabzüge befinden sich heute im Staatsarchiv Lodz. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von ca. 50 groß­formatige Fotografien aus dem Getto Litzmannstadt – wie Lodz von den deutschen Besatzern 1940 umbenannt wurde – , die erstmals den bislang fast unbekannten Bildbestand der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ergänzt wird die als Wanderausstellung konzipierte Präsentation durch Aussagen ehemaliger Getto-Bewohner und Eintragungen in der Getto-Chronik. Ein kurzer Abriss der Geschichte des Gettos, eine Charakterisierung der Fotografie als historische Quelle und Hinweise auf die Fotografen führen in die Ausstellung ein. Die Ambivalenz zwischen der ausweglosen Situation im Getto und den Bemühungen der Bewohner, ihre Würde zu erhal­ten und so lange wie möglich zu überleben, wird gerade durch die Empathie der jüdischen Fotografen mit den Gettoinsassen, die sie im offiziellen Auftrag des „Judenrates” fotografierten, offenkundig.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor. 

Die zweisprachige Ausstellung (deutsch-englisch) kann bei der Stiftung ausgeliehen werden. Weitere Auskünfte zur Ausleihe finden Sie unter Wanderausstellungen.

 

„Es brennt!” Antijüdischer Terror im November 1938

In Kooperation mit den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum entstand die Ausstellung „Es brennt! Antijüdischer Terror im November 1938”. Das gemeinsame Ausstellungsvorhaben zum 70. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 diente der historischen Dokumentation des für alle Welt sichtbaren Angriffs auf das deutsche Judentum nach fünfeinhalb Jahren NS-Herrschaft.

Präsentation von November 2008 bis März 2009 im Centrum Judaicum

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Die zweisprachige Ausstellung (deutsch-englisch) kann bei der Stiftung ausgeliehen werden. Weitere Auskünfte zur Ausleihe finden Sie unter Wanderausstellungen.

 


Die Wilhelmstraße –­­ Regierungsviertel im Wandel

Die Sonderausstellung über die Berliner Wilhelmstraße schildert mit ca. 300 Fotografien und Dokumenten sowie mehreren Ton- und Videostationen die Geschichte der Straße von ihren Anfängen bis in die Gegenwart und ergänzt so die Tafeln der dauerhaft eingerichteten Straßenausstellung „Geschichtsmeile Wilhelmstraße”.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation von Juni 2007 bis März 2009 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Das „Hausgefängnis” der Gestapo-Zentrale in Berlin.
Terror und Widerstand 1933–1945

Die zweisprachige, deutsch-englische Ausstellung über das „Hausgefängnis” der Gestapo-Zentrale wird auf einer Sonderausstellungsfläche im Freien präsentiert und bezieht auch das Bodendenkmal mit Fundamentresten der ehemaligen Zellen ein.

Mit insgesamt über 400 Fotos und Dokumenten informiert sie erstmals umfassend über die Geschichte des Gefängnisses in der Prinz-Albrecht-Straße 8 und erinnert an das Schicksal zahlreicher Häftlinge.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation von August 2005 bis April 2008 auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess

Die anlässlich des 60. Jahrestags präsentierte Ausstellung über den „Nürnberger Prozess” umfasst rund 110 Foto- und 50 Textdokumente sowie 15 Tonstationen. Sie skizziert die Entstehungsgeschichte, den Verlauf, die Zielsetzung und Bedeutung des von den Alliierten in Nürnberg geführten Prozesses und stellt die Angeklagten in den Mittelpunkt, deren Verantwortung für Kriegs- und Massenverbrechen aufgezeigt wird.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation von Oktober 2005 bis April 2007 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Realisierungswettbewerb Topographie des Terrors. Berlin 309 Entwürfe – Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Präsentation sämtlicher Beiträge und Ergebnisse des offenen, internationalen Realisierungswettbewerbs „Topographie des Terrors”, der von der Bundesregierung ausgelobt und im Januar 2006 entschieden wurde. Gezeigt wurden alle 309 eingegangenen Entwürfe der Arbeitsgemeinschaften von Architekten und Landschaftsarchitekten.

Veranstalter:
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Stiftung Topographie des Terrors

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation vom 10. März bis 17. April 2006 im Martin-Gropius-Bau.

 

Der Volksgerichtshof –­­ Hitlers politisches Tribunal

Deutsch-englische Dokumentation aus Anlass des 70. Jahrestags der Gründung des Volksgerichtshofs.

Entstanden in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Präsentation von Juli 2004 bis Juli 2005 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Vor aller Augen: Fotodokumente des nationalsozialistischen Terrors in der Provinz

Deutsch-englische Fotodokumentation über öffentliche Szenen des alltäglichen Terrors in der NS-Zeit, auf der Basis einer bundesweiten Recherche in Regional- und Lokalarchiven zur Erschließung neuer Bildquellen.

Präsentation von September 2002 bis Februar 2003 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”. Seither ist die Wanderfassung in mehreren Städten der Bundesrepublik präsentiert worden, u.a. in Heidelberg, Mannheim, Erlangen, Saarbrücken, Prora (Rügen) und Riesa.

Die zweisprachige Ausstellung kann bei der Stiftung ausgeliehen werden. Weitere Auskünfte zur Ausleihe finden Sie unter Wanderausstellungen.

 

„Anschläge” – Eine studentische Kunstaktion am Bauzaun der „Topographie des Terrors”

Ausstellung zum Thema Rechtsradikalismus seit 1990 in der BRD. Entstanden im Fachbereich Kommunikationsdesign der Kunsthochschule Berlin-Weißensee im Rahmen eines Semesterprojekts „Anschläge gegen Rechts?”, mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Stiftung Topographie des Terrors.

Präsentation im Mai/Juni 2002 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Weitere Sonderausstellungen im In- und Ausland

Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945

Dokumentation zum 50. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion.
Präsentation 1991 in der Ausstellungshalle der „Topographie des Terrors”. Weitere Präsentationen in Sachsenhausen (1992), Hamburg (1993) und Dortmund (1995). Eine russische Fassung wurde mit Unterbrechungen von 1992 bis 2000 in zahlreichen Großstädten der Russischen Föderation gezeigt; im Jahr 2000 zum zweiten Mal in St. Petersburg und zum dritten Mal in Moskau (Museum des Großen Vaterländischen Krieges).

 

Berlin 1945

Zentrale Ausstellung des Landes Berlin zum 50. Jahrestag des Kriegsendes.
Präsentation 1995 in Berlin (ehemalige Staatliche Kunsthalle). 2005 Wiederaufnahme im Rahmen der Berliner Veranstaltungen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes (Zitadelle Spandau).

 

Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Dokumentation anläßlich der Einweihung des von Micha Ullman geschaffenen Denkmals auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte. Erstellt im Auftrag des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr. Präsentation 1995 und 1998 in Berlin, eine hebräische Kurzfassung 1996 in Tel Aviv.

 

Jüdische Geschichte in Berlin

Erstmalige Gesamtdokumentation der jüdischen Geschichte in Berlin, von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Erstellt im Auftrag der Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum”. Präsentation 1995/96 in Berlin (Centrum Judaicum) anläßlich der Eröffnung der wiederaufgebauten Teile der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße.

 

1936 – Die Olympischen Spiele und der Nationalsozialismus

Erste umfassende deutsch-englische Dokumentation der Olympischen Spiele von 1936. Angestoßen durch die (gescheiterte) Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele im Jahr 2000, wurde die Ausstellung 1996, 60 Jahre nach den Olympischen Spielen von 1936, präsentiert und fand auch international große Beachtung. Sie versammelt zahlreiche Dokumente und Fotos aus rund 150 Archiven und Sammlungen in 15 Ländern.

Präsentation 1996 in Berlin (ehemalige Staatliche Kunsthalle) und 1996/97 in Bonn (Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland).

Seit Mai 2006: Präsentation einer Kurzversion im Rahmen der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums „Geschichtsort Olympiagelände 1909 –­­ 1936 –­­ 2006” in Berlin (Glockenturmgebäude am Olympiastadion, April –­­ Oktober).