Vorschau

28. September 2016 bis
19. März 2017

Massenerschießungen. Der Holocaust zwischen Ostsee und Schwarzem Meer 1941–1944

Sonder- und Wechselausstellungen

Seit ihrem Bestehen im Jahr 1992 hat die Stiftung Topographie des Terrors zahlreiche Sonder- und Wechselausstellungen erarbeitet, die mit großem Erfolg im In- und Ausland gezeigt wurden.

Marschordnungen. Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

13. April bis 28. August 2016

Die Bauten und Projekte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg gehören zu den bekanntesten Propagandaarchitekturen der NS-Zeit, die durch gezielte Mobilisierung der Massen Emotionen weckten, welche für politische und ideologische Zwecke instrumentalisiert wurden. Die Ausstellung fragt danach, mit welchen architektonischen Mitteln und raumgreifenden Ereignissen diese Emotionalisierung erreicht werden konnte. In historischen Fotografien, Marschplänen und Architekturmodellen werden die militärisch organisierten Massenrituale zeitlich und räumlich rekonstruiert. Den optischen Mittelpunkt der Ausstellung bildet ein städtebauliches Großmodell des Reichsparteitagsgeländes mit den NS-Planungen des Architekten Albert Speer aus dem Jahr 1935. Die präsentierten Aufzeichnungen und Modelle zeigen, wie die Vorstellung von formierten und marschierenden Massen den Entwurf der Architektur geprägt hat. Zugleich lassen sie umgekehrt auch erkennen, wie die Bauten und Plätze die Bewegungen der Menschenmengen organisierten. Diese Form der totalen Propaganda mit Mitteln des Bauens und der Bewegung nachzuvollziehen, ist nicht nur das Anliegen der architekturhistorischen Ausstellung, sondern auch eines aktuellen Entwurfsvorschlags zur Aktivierung des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes, der ebenso in der Ausstellung präsentiert wird.

Die Ausstellung entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes zu „Raum und Bewegung” an der TU Braunschweig und der TH Köln.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor. 

 

 

Das Gesicht des Gettos. Bilder jüdischer Photographen aus dem Getto Litzmannstadt 1940–1944

13. Januar bis 28. März 2016 (Wiederaufnahme)

Im Auftrag des Litzmannstädter „Judenrates” machten einige jüdische Photographen tausende Bilder von nahezu allen Bereichen des Gettolebens. Die fast 12.000 erhaltenen Kontaktabzüge befinden sich heute im Staatsarchiv Lodz. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von ca. 50 groß­formatige Fotografien aus dem Getto Litzmannstadt – wie Lodz von den deutschen Besatzern 1940 umbenannt wurde. Ergänzt wird die Ausstellung durch Aussagen ehemaliger Getto-Bewohner und Eintragungen in der Getto-Chronik. Ein kurzer Abriss der Geschichte des Gettos, eine Charakterisierung der Fotografie als historische Quelle und Hinweise auf die Fotografen führen in die Ausstellung ein.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor. 

Deutschland 1945 – Die letzten Kriegsmonate

9. Dezember 2014 bis 3. Januar 2016

Mit dem Scheitern der letzten deutschen Großoffensive in den Ardennen im Januar 1945 war der von Deutschland 1939 begonnene Krieg nunmehr für alle sichtbar verloren. Doch anstatt zu kapitulieren, setzte die Regierung Hitler den Krieg fort. Den Tod von unzähligen Menschen und die totale Zerstörung des eigenen Landes nahm sie bewusst in Kauf. Unter Einsatz von noch massiverem Terror gegen die eigene Bevölkerung und bereits zuvor verfolgte Gruppen versuchte sie, den Zerfall der inneren Ordnung zu verhindern und alle noch vorhandenen Reserven für den Krieg zu mobilisieren. Die Bevölkerung befand sich in diesen chaotischen letzten Monaten des Kriegs in einem permanenten Spannungsfeld zwischen Zerstörung und Terror, Orientierungslosigkeit und Zukunftsangst. Anhand von Einzelbeispielen beleuchtet die Ausstellung die Bandbreite unterschiedlicher Handlungsweisen.

Zur Ausstellung liegt eine gleichnamige, deutsch-englischsprachige Publikation vor.

Wissenschaft – Planung – Vertreibung. Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten

17. Juli bis 30. August 2015

Eine Ausstellung der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der „Generalplan Ost” war 1942 von dem Berliner Agrarwissenschaftler Konrad Meyer erarbeitet und als Denkschrift dem Reichsführer SS Heinrich Himmler übergeben worden. Er sah vor, innerhalb der kommenden 25 Jahre fünf Millionen Deutsche im annektierten Polen und im eroberten Westteil der Sowjetunion anzusiedeln. Im Gegenzug sollten Millionen slawischer und jüdischer Bewohner dieser Regionen versklavt, vertrieben oder ermordet werden. Die 1920 als „Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft” gegründete DFG hatte die Erarbeitung dieses Plans als eines ihrer größten Einzelprojekte mit erheblichen finanziellen Mitteln gefördert.

Die Wanderausstellung, die seit 2006 zunächst in Deutschland und ab 2012 auch in Polen gezeigt wurde, entstand im Rahmen eins Forschungsprojektes zur Geschichte der DFG.

Hans Bayer – Kriegsberichter im Zweiten Weltkrieg

13. August bis 16. November 2014

Hans Bayer wurde nach 1945 unter dem Namen Thaddäus Troll einer breiteren Öffentlichkeit als Literat, Journalist und schwäbischer „Dichterfürst” bekannt. Dass er zwischen 1941 und 1945 als Angehöriger der Propagandakompanien der Wehrmacht aus dem besetzten Polen und über den Feldzug gegen die Sowjetunion berichtet hatte, verschwieg er.

Die Ausstellung zeichnete Hans Bayers Kriegserlebnisse nach und gab Einblick in die von ihm verfassten Berichte. Darüber hinaus informierte sie über die Entstehung, die Aufgaben und das Wirken der Propagandakompanien. Sie zeigte, welche Handlungsspielräume Hans Bayer während des Krieges hatte und wie er sie nutzte und verdeutlicht, wie der nach 1945 so erfolgreiche Schriftsteller, der zeitlebens nicht über seine Kriegserlebnisse sprach, durch seine Erfahrungen als Kriegsberichter geprägt wurde.

Zur Ausstellung liegt eine gleichnamige, deutsch-englischsprachige Publikation vor.

Der Warschauer Aufstand 1944

30. Juli bis 26. Oktober 2014

Eine Ausstellung des Museums des Warschauer Aufstands unter der Schirmherrschaft der Staatspräsidenten der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland, Bronisław Komorowski und Joachim Gauck.

Die Ausstellung zeigt die Geschichte Warschaus nach 1918 – das Leben einer pulsierenden Metropole, deren Entwicklung vom Zweiten Weltkrieg brutal unterbrochen wurde. Besonderer Wert wird auf den 63 Tage dauernden Warschauer Aufstand gelegt. Die Erzählung endet mit Bildern Warschaus nach Jahren totalitärer Unterwerfung. Die Ausstellung wurde am ehemaligen Ort der Täter gezeigt, der 1933 bis 1945 zentrale Dienststellen von Heinrich Himmlers SS-Staat beherbergte. Von hier aus wurde auch das Schicksal Warschaus und seiner Einwohner besiegelt, als Hitler nach Beginn des Aufstandes anordnete, die Stadt endgültig auszulöschen. Die Ausstellung zeigte kolorierte Archivfotografien aus Chroniken der Aufstandszeit, Textinformationen, Faksimiles von Dokumenten, aber auch Tonquellen, interaktive und multimediale Elemente.

 

 

Berliner Tatorte. Dokumente rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt

11. Juli bis 24. August 2014

Eine Ausstellung von „ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus”.

Von fast 1.400 gewalttätigen Angriffen mit rechtem, rassistischem und antisemitischen Hintergrund hat die Berliner Beratungsstelle ReachOut allein in den Jahren 2002 bis 2013 erfahren. Dokumentiert und veröffentlicht ist jeder einzelne Angriff in einer berlinweiten Chronik. Die Ausstellung „Berliner Tatorte” zeigt die von Jörg Möller fotografierten Orte dieser Angriffe, ergänzt um knappe Erläuterungen zu den Taten. Auf den Fotografien sind gewöhnliche Straßen, Bahnhöfe und Plätze zu sehen – sie zeigen die erschreckende Normalität der Angriffe. Die Ausstellung soll dazu beitragen, dass die Erinnerung an die Angriffe und die Würde der Opfer gewahrt bleiben. Gleichzeitig sind sie ein Appell, nicht wegzuschauen, sich einzumischen und Hilfe zu holen, wenn Andere bedroht und angegriffen werden.

Die Ausstellung „Berliner Tatorte” besteht seit 2005 als Wanderausstellung und wird jährlich aktualisiert.

Zur Ausstellung liegt eine gleichnamige Begleitpublikation vor.

 

 

Erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im Nationalsozialismus

26. März bis 20. Juli 2014

Eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde in Verbindung mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors 

Kranke und behinderte Menschen gehören zu den Verfolgten des Nationalsozialismus. Sie galten als Belastung für die deutsche „Volksgemeinschaft“. Bis zu 400 000 Menschen wurden ab 1934 gegen ihren Willen sterilisiert, mehr als 200 000 Menschen aus Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Die Ausstellung nimmt die Frage nach dem Wert des Lebens als Leitlinie. Sie erzählt die Geschichte von Ausgrenzung, Zwangssterilisationen und Massenmord, beschäftigt sich mit Opfern, Tätern, Tatbeteiligten und Opponenten und fragt schließlich nach der Auseinandersetzung mit dem Geschehen von 1945 bis heute. Exemplarische Biografien ziehen sich durch die gesamte Ausstellung.

Zur Ausstellung sind ein Katalog im Springer Verlag und eine Broschüre in Leichter Sprache erschienen.

 

 

„Es brennt!” 75 Jahre nach den Novemberpogromen

8. November 2013 bis 2. März 2014

Den 75. Jahrestag der Novemberpogrome haben die Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Topographie des Terrors und Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum zum Anlass genommen, die erstmals im Jahre 2008 gezeigte Ausstellung „Es brennt!” zu überarbeiten und zu erweitern. Die Ausstellung widmete sich der Eskalation der Verfolgung der Juden im Deutschen Reich seit Juni 1938 und zeigte die Dimensionen der Terrorwelle im November des gleichen Jahres in den Zentren jüdischen Lebens, vor allem in Berlin, aber auch in zahlreichen Landgemeinden. In einem zweiten, erstmals präsentierten Teil dokumentierte die Schau den Umgang mit den Synagogen und ihren Ruinen nach 1938. Sie illustrierte die unterschiedlichen Formen des Erinnerns am Beispiel von 26 Orten in der Bundesrepublik, der DDR und im wiedervereinigten Deutschland, in Österreich, Tschechien und Frankreich sowie in früheren deutschen Gebieten, die zu Polen und der Russischen Föderation gehören.

Zur Ausstellung liegt eine gleichnamige, deutsch-englischsprachige Begleitpublikation vor.

 

 

Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Machtinstrument

22. Mai bis 20. Oktober 2013

Die Stiftung Topographie des Terrors, auf deren Gelände sich zeitweise die Redaktion der nationalsozialistischen Zeitung Der Angriff befand, stellte in der ersten umfassenden Ausstellung über die Zeitungspresse während der NS-Zeit die Grundzüge des repressiven Pressesystems und deren Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Presselandschaft dar. Dreizehn ausgewählte Zeitungsfaksimiles und Journalistenporträts veranschaulichten, welch unterschiedliche publizistische Strategien die Zeitungen verfolgten und welche Denk- und Handlungsspielräume es für Verleger, Journalisten und Leser gab. Anhand der zwei Schwerpunktkapitel zum Reichsparteitag 1935 sowie zu Goebbels‘ „Sportpalastrede” 1943 wurde exemplarisch die Berichterstattung in der Zeitungs- und Zeitschriftenpresse sowie in Rundfunk und Wochenschau einander gegenübergestellt. 

Zur Ausstellung liegt eine gleichnamige, deutsch-englischsprachige Begleitpublikation vor.

 

Berlin 1933 – Der Weg in die Diktatur

31. Januar bis 13. Oktober 2013

Aus Anlass des 80. Jahrestages der NS-„Machtergreifung” zeigte die Stiftung Topographie des Terrors die Sonderausstellung „Berlin 1933 – Der Weg in die Diktatur”. Schlaglichtartig rief sie in Bild- und Textdokumenten die Schlüsselstationen der Etablierung der NS-Herrschaft in den ersten sechs Monaten des „Dritten Reiches“ am historischen Schauplatz Berlin auf. Sie rückt dabei auch das Schicksal der frühen Opfer des NS-Terrors in Berlin in den Blick. Die Zahl der 1933 in Deutschland von den Nationalsozialisten ermordeten politischen Gegner und anderen Opfer ist nur unzureichend erforscht. In der Ausstellung bilden deshalb exemplarische Biographien und die mit knappen biographischen Angaben versehene Zusammenstellung von Namen früher NS-Terroropfer in Berlin räumlich und inhaltlich den Kern der Präsentation.

Zur Ausstellung liegt eine gleichnamige, deutsch-englischsprachige Begleitpublikation vor.

 

Die Wilhelmstraße 1933–1945
Aufstieg und Untergang des NS-Regierungsviertels

19. Juni bis 25. November 2012

Seit Ende des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich das Zentrum der deutschen Politik in und um die Berliner Wilhelmstraße. Alle wesentlichen Ministerien und Ämter hatten hier ihren Sitz, so dass „Die Wilhelmstraße” im Sprachgebrauch bald zum Synonym für „Die Deutsche Regierung” wurde. Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 bezogen die Nationalsozialisten das Regierungsviertel. Sie prägten es auf mehrfache Weise: durch die Ansiedlung neuer Behörden, die Umstrukturierung bestehender Behörden, umfangreiche Neu- und Umbauten und durch die Nutzung der Straße selbst als politische Bühne. Die Ausstellung zeigte diese sichtbaren und unsichtbaren Veränderungen.

Zur Ausstellung ist ein gleichnamiger, zweisprachiger Katalog erschienen.

 

The Holocaust against the Roma and Sinti and present day racism in Europe
(Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma und der heutige Rassismus in Europa)

Eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Deutscher Sinti und Roma

19. bis 26. Oktober 2012

Entrechtet, gettoisiert und in die Vernichtungslager deportiert, wurden Sinti und Roma während des Nationalsozialismus systematisch verfolgt und ermordet. Diesem Völkermord fielen etwa 500.000 Sinti und Roma zum Opfer. Bis heute ist er fast vollständig aus dem öffentlichen Bewusstsein ausgeblendet. Vor diesem Hintergrund will die Ausstellung aktuelle Konfliktlagen über ein besseres Verständnis der Vergangenheit überwinden helfen. Familienbilder und persönliche Zeugnisse der Opfer geben den verfolgten und ermordeten Sinti und Roma ein Gesicht. In vier Stationen werden die Themen Entrechtung, Ermordung, Verdrängung und heutige Diskriminierung aufgegriffen.

 

Widerstand!? Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus

11. Juli bis 5. August 2012

Ausgehend von einem weiten Widerstandsbegriff  veranschaulicht die Online-Ausstellung die Vielfalt der Formen und Motivationen des Widerstandes von evangelischen Christen in ihrem beruflichen und privaten Umfeld. Ausführlich geht die Ausstellung auf die politische und kirchliche Entwicklung der NS-Zeit ein, um so Handlungsbedingungen und Handlungsalternativen von Menschen im „Dritten Reich” zu veranschaulichen. Informationen zum Verhältnis von Protestantismus und Nationalismus in der Weimarer Republik verweisen auf die historische Tiefendimension des Problems. Neue, interessante Ausblicke auf die Rezeption des Widerstandes nach 1945 dokumentieren den zeitspezifischen Umgang mit der Thematik.

 

Im Gedenken der Kinder
Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit

18. Januar bis 20. Mai 2012

Eine Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V.

Über siebzig Jahre nach dem Beginn systematischer Tötungen von geistig und körperlich behinderten Menschen 1939/40 erinnerte die Ausstellung an das dunkle Kapitel der „Kinder-Euthanasie” während der Zeit des Nationalsozialismus. Auf der Grundlage der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden in Deutschland auch an kranken und behinderten Kindern und Jugendlichen medizinische Verbrechen begangen. Über 10.000 von ihnen fielen bis 1945 den verschiedenen Programmen zur Vernichtung „lebensunwerten Lebens” zum Opfer.
Die Ausstellung zeigte, dass es Ärzten bei der Tötung in der Regel nicht um die schmerzlose Beendigung individuellen Leidens ging, sondern entsprechend der nationalsozialistischen Rassenideologie um die „Befreiung” des Allgemeinwesens von „Balastexistenzen”, deren Leben nur dann verlängert wurde, wenn sie noch „der Wissenschaft dienen” konnten.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor.

 

„Vor aller Augen” – Die Deportation der Juden und die Versteigerung ihres Eigentums: Fotografien aus Lörrach, 1940

25. Oktober 2011 bis 8. Januar 2012

Die in der Ausstellung gezeigten Bildserien mit insgesamt 42 Fotografien der Deportation von Juden in Lörrach am 22. Oktober 1940 sowie der Versteigerung von Hausrat aus ihren Wohnungen, wenige Wochen nach diesem öffentlichen Verbrechen, stellen eine erschütternde visuelle Dokumentation dar. Für beide Serien sind die originalen Negative des Fotografen, eines Kriminalpolizeibeamten, erhalten. Wegen der nur spärlichen schriftlichen Überlieferung zum Geschehen kommt den visuellen Quellen besondere Bedeutung zu, obwohl sie aus der Perspektive der Täter und in deren Auftrag entstanden. Sie vermögen in großer Unmittelbarkeit atmosphärische Aspekte des Geschehens, die Facetten der Sozialgeschichte dieses einen unter so vielen NS-Verbrechen beleuchten, zu belegen. Haben sie doch im Bild aufbewahrt, wer auf  Seiten der Täter beteiligt war, aber auch, dass dieses Verbrechen teilweise öffentlich, vor den Augen vieler Zuschauer stattfand.

Zur Ausstellung liegt eine illustrierte Begleitpublikation vor.

 

Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht

6. April bis 18. September 2011

Eine Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenk - und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Vor 50 Jahren, im April 1961, eröffnete das Jerusalemer Bezirksgericht das Verfahren gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer und Leiter des „Judenreferats IV B 4” im Reichssicherheitshauptamt Adolf Eichmann. Die Verhandlung wurde zu einem großen Medienereignis. Im Licht der Öffentlichkeit stand dabei nicht nur ein Täter des Holocaust. Erstmals erhielten auch die Schilderungen der Opfer weltweite Aufmerksamkeit: In Jerusalem begann die Ära der Zeitzeugen. Das Auftreten Eichmanns vor Gericht wiederum löste Diskussionen um Schuld und Verantwortung Einzelner im nationalsozialistischen System aus. Die Ausstellung widmete sich beiden Aspekten des Verfahrens, dem Bezeugen der Überlebenden und der Strategie des Täters; in ihrem Zentrum stand das Originalfilmmaterial aus dem Gerichtssaal.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor.

 

Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen.
Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten

20. Oktober 2010 bis 27. Februar 2011

Eine Ausstellung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten /
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen (Erstpräsentation 2006)

Die Ausstellung zeigt Fotos aus einem im Archiv des russischen Geheimdienstes in Moskau gefundenen Dienstalbums des SS-Obersturmführer Karl Otto Koch, das dessen SS-Karriere von Mai 1933 bis Mitte 1937 dokumentiert. Koch übernahm 1936 die Leitung des neuen Konzentrationslagers Sachsen­hausen, das als „modernes” Konzentrationslager, als ein Modell- und Schulungslager gebaut worden war und von wo aus schon bald alle Konzentrationslager verwaltet und organisiert wurden. Zuvor hatte Koch bereits als Kommandant in den Lagern Hohenstein, Sachsenburg, Columbia Berlin, Lichtenburg und Esterwegen gedient.

 

Das Gesicht des Gettos.
Bilder jüdischer Photographen aus dem Getto Litzmannstadt
1940–1944

23. Juni bis 3. Oktober 2010

Im Auftrag des Litzmannstädter „Judenrates” machten einige jüdische Photographen tausende Bilder von nahezu allen Bereichen des Gettolebens. Die fast 12.000 erhaltenen Kontaktabzüge befinden sich heute im Staatsarchiv Lodz. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von ca. 50 groß­formatige Fotografien aus dem Getto Litzmannstadt – wie Lodz von den deutschen Besatzern 1940 umbenannt wurde – , die erstmals den bislang fast unbekannten Bildbestand der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ergänzt wird die als Wanderausstellung konzipierte Präsentation durch Aussagen ehemaliger Getto-Bewohner und Eintragungen in der Getto-Chronik. Ein kurzer Abriss der Geschichte des Gettos, eine Charakterisierung der Fotografie als historische Quelle und Hinweise auf die Fotografen führen in die Ausstellung ein. Die Ambivalenz zwischen der ausweglosen Situation im Getto und den Bemühungen der Bewohner, ihre Würde zu erhal­ten und so lange wie möglich zu überleben, wird gerade durch die Empathie der jüdischen Fotografen mit den Gettoinsassen, die sie im offiziellen Auftrag des „Judenrates” fotografierten, offenkundig.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger deutsch-englischsprachiger Katalog vor. 

Die zweisprachige Ausstellung (deutsch-englisch) kann bei der Stiftung ausgeliehen werden. Weitere Auskünfte zur Ausleihe finden Sie unter Wanderausstellungen.

 

„Es brennt!” Antijüdischer Terror im November 1938

In Kooperation mit den Stiftungen Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum entstand die Ausstellung „Es brennt! Antijüdischer Terror im November 1938”. Das gemeinsame Ausstellungsvorhaben zum 70. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 diente der historischen Dokumentation des für alle Welt sichtbaren Angriffs auf das deutsche Judentum nach fünfeinhalb Jahren NS-Herrschaft.

Präsentation von November 2008 bis März 2009 im Centrum Judaicum

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Die zweisprachige Ausstellung (deutsch-englisch) kann bei der Stiftung ausgeliehen werden. Weitere Auskünfte zur Ausleihe finden Sie unter Wanderausstellungen.

 


Die Wilhelmstraße –­­ Regierungsviertel im Wandel

Die Sonderausstellung über die Berliner Wilhelmstraße schildert mit ca. 300 Fotografien und Dokumenten sowie mehreren Ton- und Videostationen die Geschichte der Straße von ihren Anfängen bis in die Gegenwart und ergänzt so die Tafeln der dauerhaft eingerichteten Straßenausstellung „Geschichtsmeile Wilhelmstraße”.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation von Juni 2007 bis März 2009 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Das „Hausgefängnis” der Gestapo-Zentrale in Berlin.
Terror und Widerstand 1933–1945

Die zweisprachige, deutsch-englische Ausstellung über das „Hausgefängnis” der Gestapo-Zentrale wird auf einer Sonderausstellungsfläche im Freien präsentiert und bezieht auch das Bodendenkmal mit Fundamentresten der ehemaligen Zellen ein.

Mit insgesamt über 400 Fotos und Dokumenten informiert sie erstmals umfassend über die Geschichte des Gefängnisses in der Prinz-Albrecht-Straße 8 und erinnert an das Schicksal zahlreicher Häftlinge.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation von August 2005 bis April 2008 auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess

Die anlässlich des 60. Jahrestags präsentierte Ausstellung über den „Nürnberger Prozess” umfasst rund 110 Foto- und 50 Textdokumente sowie 15 Tonstationen. Sie skizziert die Entstehungsgeschichte, den Verlauf, die Zielsetzung und Bedeutung des von den Alliierten in Nürnberg geführten Prozesses und stellt die Angeklagten in den Mittelpunkt, deren Verantwortung für Kriegs- und Massenverbrechen aufgezeigt wird.

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation von Oktober 2005 bis April 2007 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Realisierungswettbewerb Topographie des Terrors. Berlin 309 Entwürfe – Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Präsentation sämtlicher Beiträge und Ergebnisse des offenen, internationalen Realisierungswettbewerbs „Topographie des Terrors”, der von der Bundesregierung ausgelobt und im Januar 2006 entschieden wurde. Gezeigt wurden alle 309 eingegangenen Entwürfe der Arbeitsgemeinschaften von Architekten und Landschaftsarchitekten.

Veranstalter:
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Stiftung Topographie des Terrors

Zur Ausstellung liegt ein gleichnamiger Katalog vor.

Präsentation vom 10. März bis 17. April 2006 im Martin-Gropius-Bau.

 

Der Volksgerichtshof –­­ Hitlers politisches Tribunal

Deutsch-englische Dokumentation aus Anlass des 70. Jahrestags der Gründung des Volksgerichtshofs.

Entstanden in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Präsentation von Juli 2004 bis Juli 2005 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Vor aller Augen: Fotodokumente des nationalsozialistischen Terrors in der Provinz

Deutsch-englische Fotodokumentation über öffentliche Szenen des alltäglichen Terrors in der NS-Zeit, auf der Basis einer bundesweiten Recherche in Regional- und Lokalarchiven zur Erschließung neuer Bildquellen.

Präsentation von September 2002 bis Februar 2003 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”. Seither ist die Wanderfassung in mehreren Städten der Bundesrepublik präsentiert worden, u.a. in Heidelberg, Mannheim, Erlangen, Saarbrücken, Prora (Rügen) und Riesa.

Die zweisprachige Ausstellung kann bei der Stiftung ausgeliehen werden. Weitere Auskünfte zur Ausleihe finden Sie unter Wanderausstellungen.

 

„Anschläge” – Eine studentische Kunstaktion am Bauzaun der „Topographie des Terrors”

Ausstellung zum Thema Rechtsradikalismus seit 1990 in der BRD. Entstanden im Fachbereich Kommunikationsdesign der Kunsthochschule Berlin-Weißensee im Rahmen eines Semesterprojekts „Anschläge gegen Rechts?”, mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Stiftung Topographie des Terrors.

Präsentation im Mai/Juni 2002 am Bauzaun auf dem Gelände der „Topographie des Terrors”.

 

Weitere Sonderausstellungen im In- und Ausland

Der Krieg gegen die Sowjetunion 1941-1945

Dokumentation zum 50. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion.
Präsentation 1991 in der Ausstellungshalle der „Topographie des Terrors”. Weitere Präsentationen in Sachsenhausen (1992), Hamburg (1993) und Dortmund (1995). Eine russische Fassung wurde mit Unterbrechungen von 1992 bis 2000 in zahlreichen Großstädten der Russischen Föderation gezeigt; im Jahr 2000 zum zweiten Mal in St. Petersburg und zum dritten Mal in Moskau (Museum des Großen Vaterländischen Krieges).

 

Berlin 1945

Zentrale Ausstellung des Landes Berlin zum 50. Jahrestag des Kriegsendes.
Präsentation 1995 in Berlin (ehemalige Staatliche Kunsthalle). 2005 Wiederaufnahme im Rahmen der Berliner Veranstaltungen zum 60. Jahrestag des Kriegsendes (Zitadelle Spandau).

 

Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933

Dokumentation anläßlich der Einweihung des von Micha Ullman geschaffenen Denkmals auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte. Erstellt im Auftrag des Senators für Bauen, Wohnen und Verkehr. Präsentation 1995 und 1998 in Berlin, eine hebräische Kurzfassung 1996 in Tel Aviv.

 

Jüdische Geschichte in Berlin

Erstmalige Gesamtdokumentation der jüdischen Geschichte in Berlin, von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Erstellt im Auftrag der Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum”. Präsentation 1995/96 in Berlin (Centrum Judaicum) anläßlich der Eröffnung der wiederaufgebauten Teile der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße.

 

1936 – Die Olympischen Spiele und der Nationalsozialismus

Erste umfassende deutsch-englische Dokumentation der Olympischen Spiele von 1936. Angestoßen durch die (gescheiterte) Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele im Jahr 2000, wurde die Ausstellung 1996, 60 Jahre nach den Olympischen Spielen von 1936, präsentiert und fand auch international große Beachtung. Sie versammelt zahlreiche Dokumente und Fotos aus rund 150 Archiven und Sammlungen in 15 Ländern.

Präsentation 1996 in Berlin (ehemalige Staatliche Kunsthalle) und 1996/97 in Bonn (Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland).

Seit Mai 2006: Präsentation einer Kurzversion im Rahmen der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums „Geschichtsort Olympiagelände 1909 –­­ 1936 –­­ 2006” in Berlin (Glockenturmgebäude am Olympiastadion, April –­­ Oktober).