Kirche im Dritten Reich - Zwischen Anpassung, Widerstand und Verfolgung

Im Rahmen der Kooperation mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bietet die Stiftung Topographie des Terrors Seminare zum Themenbereich 'Kirche im Dritten Reich - Zwischen Anpassung, Widerstand und Verfolgung' an.

Anhand der Biographien Einzelner wie Martin Niemöller, Paul Gerhard Braune (Häftlinge des Gestapo-„Hausgefängnisses) und Bernhard Lichtenberg, die versuchten, dem NS-Terror zu widerstehen, lernen die Seminarteilnehmer/innen aus der Geschichte für ihre Gegenwart.

Die Seminare beginnen mit einer themenbezogenen Führung durch die Dauerausstellung mit speziell ausgebildeten Referenten. Die Teilnehmer/innen arbeiten überwiegend mit originalen Quellen und werden angeleitet, ihre Arbeitsergebnisse in kreativer Form zu präsentieren. Sie werden darüber hinaus angeregt, auch kirchliche Erinnerungsorte zu besuchen oder in der eigenen Gemeinde oder Schule auf Spurensuche zu gehen.

Adressaten sind vor allem junge Menschen in Konfirmanden- und Jugendgruppen oder Religionsklassen, aber auch Erwachsene.

Die Seminare dauern einschließlich der Führung entweder zwei oder vier Stunden.

Christlicher Widerstand im „Dritten Reich

Nach dem Machtantritt der Regierung Hitler entwickelten sich in Deutschland lang andauernde, teilweise heftige Konflikte um die Stellung der christlichen Kirchen im Staat und ihre Botschaft. Vor dem Hintergrund dieser Konflikte fragt das Seminar nach den Motiven, Zielen und Handlungsmöglichkeiten der Menschen, die aus ihrem christlichen Glauben heraus auf unterschiedlichen Wegen zum Widerstand gefunden haben und vom NS-Terror verfolgt wurden. Persönlichkeiten wie Martin Niemöller, Dietrich Bonhoeffer, Harald Pölchau und Bernhard Lichtenberg werden anhand von Dokumenten vorgestellt und ihr Wirken der staatlichen Kirchenpolitik sowie den Zielen der sogenannten Deutschen Christen gegenüber gestellt.

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Martin Niemöller und die Bekennende Kirche

Martin Niemöller ist eine der bekanntesten Führungspersönlichkeiten der Bekennenden Kirche. Er leitete den Pfarrernotbund und stand ein für die Unabhängigkeit der Kirche von nationalsozialistischer Doktrin. Mit seinem mutigen christlichen  Engagement zog er den Zorn Hitlers auf sich, als dessen persönlicher Gefangener er sieben Jahre im Konzentrationslager inhaftiert war. Der nationalkonservative Pfarrer wurde zu einer Symbolfigur des anderen Deutschland, obwohl er sich noch während seiner Haft als staatstreuer Patriot sah. Das Seminar nimmt Niemöller mit seinen Verdiensten, Motivationen, Grenzen und Wandlungen in den Blick und vermittelt an seinem Beispiel die Leistungen und Widersprüchlichkeiten der Bekennenden Kirche.

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Paul Gerhard Braune und die Euthanasie im Nationalsozialismus - Zwischen staatlicher Repression und christlichem Gewissen

Paul Gerhard Braunes Wirken als Leiter der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal und als Vizepräsident des Centralausschusses für Innere Mission sowie seine Denkschrift gegen die Euthanasie bilden den Schwerpunkt des Seminars. Mit Hilfe von Dokumenten und anderen Quellen soll der Umgang diakonischer Einrichtungen mit der nationalsozialistischen Politik der Rassenhygiene - vom Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses bis zur Vernichtung lebensunwerten Lebens im Rahmen der geheimen Krankenmorde – behandelt werden.

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Katholischer Widerstand im „Dritten Reich“ am Beispiel von Bernhard Lichtenberg

Das Schicksal Bernhard Lichtenbergs steht exemplarisch für die Auseinandersetzungen und Konflikte katholischer Geistlicher, die sich aktiv gegen die NS-Diktatur wandten. Zeit seines Lebens politisch engagiert, war er ab 1932 leitend in der Berliner Diözese tätig. Seine frühe Gegnerschaft zu den Nationalsozialisten steht in Kontrast zur Haltung der deutschen Bischöfe. Seinen öffentlich vorgetragenen Widerspruch musste er später  mit dem Leben bezahlen. Im Seminar werden sein Schreiben gegen Menschenrechtsverletzungen, seine Klage gegen die vorsätzliche Tötung von Behinderten und psychisch Kranken und seine öffentlichen Fürbitten für Juden und Gefangene in den Konzentrationslagern analysiert, die seine unbeirrte Haltung und sein Eintreten für Verfolgte des NS-Regimes aufzeigen. Fakultativ kann das Seminar an seiner Grabstätte in der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte beendet werden.

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