Geschichtsmeile Wilhelmstraße ­­ Historic Wilhelmstraße

Eine Begleitbroschüre zur gleichnamigen Ausstellung, dt./eng.,
hg./ed. Stiftung Topographie des Terrors, Berlin 2006, 68 S., ISBN 978-3-9807205-9-5
vergriffen 

„Was sagt die Wilhelmstraße?” war aufgrund ihres Synonymcharakters für Bezeichnungen wie „Downing Street” oder „Quai d’Orsay” eine oft gestellte Frage der europäischen Diplomatie. In dem heute von Unter den Linden und Leipziger Straße begrenzten Teilabschnitt der Wilhelmstraße waren von der Reichsgründung 1871 bis zum Ende des NS-Regimes 1945 wichtigste Ministerien, aber auch Botschaften auswärtiger Staaten ansässig. In der Nachkriegszeit den sowjetischen Ost- und den amerikanischen Westsektor gewissermaßen überbrückend, berührte die Wilhelmstraße jeweils den Rand beider politischer Systeme. Geteilt durch die Berliner Mauer geriet sie trotz Nutzung vereinzelter Ministerialbauten vergangener Zeiten als historischer Ort nahezu völlig in Vergessenheit.

Erst mit der Wiedervereinigung Deutschlands rückte die Wilhelmstraße wieder ins Zentrum Gesamtberlins. Durch die Ansiedlung mehrerer Ministerien, der britischen Botschaft und der Parteizentrale der SPD ist die Wilhelmstraße auch wieder eine politische Adresse geworden.