„Es brennt!” Antijüdischer Terror im November 1938
hg. v. Andreas Nachama, Uwe Neumärker und Hermann Simon, Berlin 2008, 167 S., ISBN 978-3-9811677-4-0
15,-- €

2008 jährte sich der antijüdische Terror der Nationalsozialisten im November 1938 zum 70. Mal. Die Ereignisse wurden im Volksmund alsbald verharmlosend „Kristallnacht” genannt. In der wissenschaftlichen Forschung hingegen dominiert seit einigen Jahren der Begriff „Novemberpogrom”. 

Auf Weisung der nationalsozialistischen Parteiführer verwüsteten Angehörige von SA und SS am 9. Und 10. November 1938 über 1200 Synagogen und jüdische Betsäle sowie tausende Geschäfte jüdischer Inhaber und Wohnungen von Juden. Tagelang wurden jüdische Kinder, Frauen und Männer vor aller Augen gejagt und misshandelt. Bis zu hundert von ihnen kamen dabei unmittelbar zu Tode. Etwa 30 000 Männer wurden anschließend in Konzentrationslager verschleppt. Dieses Ausmaß der Gewalt war der unübersehbare Wendepunkt im Leben der Juden in Deutschland und ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Vernichtung der europäischen Juden.

Die Ausstellung „‚Es brennt!’ Antijüdischer Terror im November 1938”und dieser Begleitband dokumentieren wenig bekannte Aufnahmen von Berufs- und Amateurfotografen aus den Jahren 1938/39. Abbildungen und Aufsätze veranschaulichen das Vorgehen der Täter und das Verhalten der Bevölkerung. Dabei wird deutlich, dass die Grenzen zwischen Zuschauen und Beteiligung fließend waren. Auch die Reaktionen der Betroffenen und des Auslandes sind Gegenstand der Darstellung.

Die Ausstellung „Es brennt” wurde für die Neufassung 2013 um mehrere Elemente erweitert. Diese Erweiterungen werden in einem zweiten Band zur Ausstellung dokumentiert. mehr