Neues Denkmal für die Opfer der „Euthanasie”

Freitag, 23. November 2012

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Der Wettbewerb für den Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie”–Morde ist entschieden. Den Jury–Zuschlag erhielt der Entwurf der Berliner Architektin Ursula Wilms sowie der Landschaftsgestalter Nikolaus Koliusis und Heinz W. Hallmann. Von Wilms und Hallmann stammt auch das Gebäude für das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors”. Der Entwurf sieht für den Gedenkort an der Philharmonie eine blaue, drei Meter hohe Glaswand auf dunkler Fläche vor. Diese markiert das ursprüngliche Grundstück Tiergartenstraße 4. Von der dortigen, nicht mehr vorhandenen Villa war die NS-„Euthanasie”–Aktion gesteuert worden. Auf einem „Informationselement” sollen Fakten zur gezielten Ermordung Behinderter und Kranker dokumentiert werden. Im September 2013 soll das Denkmal fertig sein. Zu dem 40–köpfigen Preisgericht gehörten Kulturstaatssekretär André Schmitz, Andreas Nachama von der „Topographie des Terrors”, Uwe Neumärker vom Holocaust-Mahnmal und der Historiker Götz Aly.

Frankfurter Rundschau

Stimme der Überlebenden

Dienstag, 20. November 2012

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Nachama würdigte Galinski als eine der ganz großen Persönlichkeiten Nachkriegsdeutschlands. Ohne ihn wäre die Bundesrepublik nicht zu dem geworden, was sie heute ist, betonte er. Galinski habe bereits in den 50er– und 60er–Jahren zu einem Zeitpunkt gegen Rassismus und antisemitische Strömungen von Rechts und Links gekämpft, als dies keineswegs selbstverständlich gewesen sei und großen Mut erforderte. „Er war eine bemerkenswerte, ja einzigartige Persönlichkeit”, so Nachama.

Jüdische Allgmeine

Biografie würdigt Heinz Galinski zum 100. Geburtstag

Dienstag, 20. November 2012

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Zum 100. Geburtstag Heinz Galinskis am 28. November ist eine neue Biografie über den langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden erschienen.
Der 1992 gestorbene Galinski sei einer der größten und wichtigsten Gestalter Nachkriegsdeutschlands gewesen, sagte der Direktor der Berliner Topographie des Terrors, Andreas Nachama, als Herausgeber des Bandes bei der Vorstellung des Werkes am Montag.
Mit seinem stetigen Kampf gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus habe er wesentlich mit dazu beigetragen, dass „Deutschland heute so ist, wie es ist”, so Nachama. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, bezeichnet Galinski als einen „Politprofi”, der Zeit seines Lebens kompromisslos für Freiheit und Demokratie einstand.

Berliner Morgenpost

Nicht verspätet war diese Nation, sie war zerrissen

Freitag, 26. Oktober 2012

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Das wahre Monument eines aufgeklärten historischen Gedächtnisses ist, so Reichels entschiedenes Plädoyer, nicht das Holocaust–Mahnmal, die Neue Wache oder Plötzensee, sondern die „Topographie des Terrors”. Allein die Überreste der Gestapozentrale, der Leitstelle der Täter, machten deutlich, dass der republikanische Rechtsstaat die Tyrannei überwunden habe.

Die Welt

Lammert bedauert langes Schweigen über Völkermord an Sinti und Roma

Freitag, 19. Oktober 2012

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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat das jahrzehntelange Schweigen über den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma bedauert. „Es ist leider nicht übertrieben, vom vergessenen Holocaust zu sprechen”, sagte der Bochumer CDU–Politiker am Freitag in Berlin bei der Eröffnung einer Ausstellung über den Völkermord in der „Topographie des Terrors”.

Zusammen mit einer Dokumentation der Zwangsarbeiter–Bundesstiftung EVZ über überlebende Roma in der Ukraine startete damit ein vielfältiges Rahmenprogramm zur Eröffnung des Sinti–und–Roma–Mahnmals. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird es am Mittwoch in Berlin in unmittelbarer Nähe des Reichstages nach mehr als 20-jähriger Planung einweihen. Dem NS–Völkermord an den Sinti und Roma ist Schätzungen zufolge eine sechsstellige Zahl von Menschen zum Opfer gefallen.

Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, bezeichnete die bevorstehende Einweihung des Mahnmals als Zäsur. „Die Bundesrepublik bekennt sich damit eindrücklich zu ihrer historischen Verantwortung zu unserer Minderheit.” Vom Denkmal werde hoffentlich ein Signal an Öffentlichkeit, Wissenschaft und Gedenkstätten ausgehen, diesem Völkermord mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Sowohl Lammert wie auch Rose verwiesen ferner auf die anhaltende Diskriminierung der Sinti und Roma, die bis heute in ganz Europa festzustellen sei.

In Zusammenarbeit zwischen der Stiftung für das Berliner Holocaust–Mahnmal und dem Dokumentrationszentrum sind für die darauffolgenden Tage rund ein Dutzend weiterer Veranstaltungen geplant. Dazu zählen Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen und Buchvorstellungen. Beschlossen wird der Veranstaltungsreigen am 7. November mit einem Konzert in der Philharmonie. Die Roma und Sinti Philharmoniker führen das „Requiem für Auschwitz” von Roger Moreno Rathgeb auf.

epd

„Denkmal Weiter”: Die Kultur von Sinti und Roma

Donnerstag, 18. Oktober 2012

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„The Holocaust against the Roma and Sinti and Present Day Racism in Europe” (Der Holocaust an Roma und Sinti und der Rassismus im heutigen Europa) lautet der Titel der internationalen Wanderausstellung, die vom 19. bis 26. Oktober erstmals in Berlin gezeigt wird. Anhand von Familienfotos und persönlichen Zeugnissen wird in der Topographie des Terrors die Geschichte der Verfolgung der Sinti und Roma während des Nationalsozialismus nachvollzogen. In vier Stationen werden ihre Entrechtung, Ermordung, Verdrängung und Diskriminierung thematisiert.

rbb-kultur

25 Jahre „Topographie des Terrors”

Freitag, 7. September 2012

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Weit mehr als 800.000 Besucher besuchen heute ein Gelände in der Mitte Berlins, neben dem vor knapp dreißig Jahren zum Leben erweckten Gropiusbau, in der Nachbarschaft von Berliner Abgeordnetenhaus und Finanzministerium, unmittelbar hinter der Mauer, an der Wilhelmstraße. Das Gelände ist ein historisch belasteter, durch die NS-Zeit kontaminierter Boden. Denn auf dem Gelände der „Topographie” befand sich eine der besonders berüchtigten Berliner Adressen der NS-Zeit, die Gestapo-Zentrale mit ihrem Hausgefängnis. Wie kann man mit einem derart historisch belasteten Gelände umgehen? Der erste Versuch der Entsorgung, Gebäudeabriss und Stilllegung, ging schief. Auch die Umwidmung als Lagerfläche für Senatskohle, deren Verwandlung in eine Art Freitzeitgelände mit einem Übungsplatz für Autofahrer ging schief. Denn die Adresse hatte sich bei denen, die gegen den Nationalsozialismus standen, bei Angehörigen und nachgeborenen Sachwaltern eingebrannt.

Tribüne

Engagement gegen das Vergessen

Donnerstag, 16. August 2012

ERINNERUNGSARBEIT Versöhnung und Widerstand gehörten für Franz von Hammerstein zusammen. In der Topographie des Terrors wurde an den Mitbegründer der „Aktion Sühnezeichen” erinnert... mehr mehr

Er war ein Brückenbauer und Netzwerker, der sich der Erinnerung an den Widerstand verschrieb. „Vergesst mir ja die Opfer nicht”, mahnte er und gründete gemeinsam mit Lothar Kreyssig 1958 die „Aktion Sühnezeichen”, um ein Zeichen der Versöhnung in den Ländern zu setzen, in denen Deutschland während des Zweiten Weltkrieges großes Leid angerichtet hatte. Zum seinem ersten Todestag erinnerte jetzt eine Vortragsveranstaltung in der Topographie des Terrors an Franz von Hammerstein.

Widerstehen und Versöhnen sind die zwei Formen des christlichen Handels, die in von Hammersteins Leben eine große Rolle gespielt haben. Er gehörte Jahrzehnte zu den evangelischen Theologen, die sich nach 1945 für eine intensive Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einsetzten. Aus den persönlichen Erfahrungen seiner Familie und der eigenen Gefangenschaft in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern entstand sein Engagement für den Dialog zwischen Juden- und Christentum und der internationalen Verständigung.

TAZ

Zentrale des Bösen

Dienstag, 10. Juli 2012

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Hier standen die Schreibtische, an denen der Holocaust organisiert wurde. Die Gedenkstätte „Topographie des Terrors” erinnert seit 25 Jahren mit einer Ausstellung daran und fragt: Wie war das möglich?

Deutsche Welle - Geschichte

Topographie des Terrors: Die Schaltzentrale des Genozids

Dienstag, 10. Juli 2012

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Zehntausende junge Leute, meist Schüler auf Klassenfahrt aus den Bundesländern, aber auch dem Ausland, haben hier begriffen, was Faschismus heißt. Besucher bis aus Amerika und Australien haben sich an diesem Ort über das Dritte Reich und seine Verbrechen kundig gemacht. Jährlich werden mehr als 800 000 Menschen gezählt, die auf das Gelände kommen, dessen Grundmauern direkt entlang des einstigen Berliner Gestapo-Hauptquartiers verlaufen, mit Einblicken in die damaligen Folterkeller (Anmerkung der Stiftung Topographie des Terrors: Einblicke in Folterkeller gibt es auf dem Gelände nicht. Das Hausgefängnis der Gestrapo lag auf der Südseite des damaligen Gebäudes. Gefoltert wurde in den Vernehmungszimmern in den oberen Etagen.) Zur Nazi-Zeit befanden sich hier die Zentralen der SS, der Geheimen Staatspolizei und des Reichssicherheitshauptamts – die höchste Konzentration an Tätern. 1987, zur 750-Jahr-Feier Berlins, wurde das Gelände erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht – und danach mit großen Hindernissen und Zerwürfnissen architektonisch aufbereitet.

Badische Zeitung