Vereinte Nationen in New York zeigen Ausstellung der Stiftung Topographie des Terrors

Erstmals wird im Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York eine Ausstellung eines deutschen Erinnerungsortes gezeigt. Die Eröffnung findet anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 24. Januar 2012 statt. Die Ausstellung „Das Gesicht des Gettos – Bilder jüdischer Photographen aus dem Getto Litzmannstadt 1940 – 1944” steht dort bis 12. März 2012 Besucherinnen und Besuchern offen. Die Präsentation entstand in Zusammenarbeit mit dem polnischen Staatsarchiv in Lodz. Von insgesamt 12.000 Aufnahmen wurden 56 für diese repräsentative Exposition ausgewählt.

Die Ambivalenz zwischen der ausweglosen Situation im Getto und den Bemühungen der Bewohner, ihre Würde zu erhalten und so lange wie möglich zu überleben, wird gerade durch die Empathie der jüdischen Photographen mit den Gettoinsassen, die sie im offiziellen Auftrag des „Judenrates” photographierten, offenkundig. Sie macht erstmals einen bislang fast unbekannten Bildbestand über eine einschneidende Etappe der Verfolgung der Juden im Getto Litzmannstadt der Öffentlichkeit zugänglich. Indem die Ausstellung die Situation der Verfolgten bildlich darstellt, verdeutlicht sie die Auswirkungen des Handelns der Täter an den Schreibtischen in den Zentralen von Polizei und SS auf die Opfer von weit davon entfernten Orten.

Die Präsentation war die erste Sonderausstellung, die im neuen Dokumentationszentrum Topographie des Terrors von Juni bis Oktober 2010 gezeigt wurde. Danach war sie in mehreren deutschen Städten zu sehen, zuletzt in Stuttgart.

Der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz begrüßt die Entscheidung der Vereinten Nationen, diese wichtige Ausstellung in New York zu zeigen und sieht darin eine Bestätigung für das jahrelange Engagement im Bereich der Geschichtsvermittlung und der Erinnerungsarbeit.

Der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors Prof. Dr. Nachama wird die Wanderausstellung im Gebäude der Vereinten Nationen eröffnen.