Prof. Dr. Andreas Nachama zum Spendenaufruf der deutschen Ärzteschaft „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerung und Verantwortung

Das Schuldbekenntnis des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)  Prof. Dr. Dr. Frank Schneider und die Bitte um Verzeihung vom 26. November 2010 sind ein später, gleichwohl wichtiger und notwendiger Schritt zur Aufarbeitung  begangenen Unrechts.

Die jetzt ins Leben gerufene Spendenaktion trägt dazu bei, die Erinnerung an die „Aktion T4” wachzuhalten, über Opfer und Täter zu informieren und ein würdiges Gedenken zu unterstützen. In diesem Zusammenhang ist die Publikation „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerung und Verantwortung” sehr hilfreich.

Die Stiftung Topographie des Terrors, die den „Runden Tisch T4” mit initiiert hat (Konstituierung am 29.1.2007), begrüßt dieses Engagement ausdrücklich.

Das Forschungsprojekt „Psychiatrie im Nationalsozialismus” zur Aufarbeitung der Geschichte der DGPPN steht vor einer großen Aufgabe. 70 Jahre Verdrängen und Verschweigen müssen nun abgelöst werden durch Offenlegung und wissenschaftliche Bearbeitung der Verstrickungen von Psychiatern, Psychotherapeuten und Ärzten in die nationalsozialistische Rassenideologie.

Die moderne Medizin, die Psychiatrie, die Psychotherapie und die Nervenheilkunde müssen dauerhaft aus der Geschichte lernen. Es geht um das Wohl der Patientinnen und Patienten im Einklang mit Art. 1 GG. 

Nähere Einzelheiten zur Spendenaktion finden Sie unter www.dgppn.de/spendenaufruf