Evangelische Kirche und Stiftung Topographie des Terrors beschließen Kooperation

Pfarrerin Marion Gardei (Ev. Kirchengemeinde Berlin-Dahlem) wird ab 1. Juni 2011 mit einer halben Stelle in der Stiftung Topographie des Terrors tätig sein. Die Vereinbarung zwischen der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz und der Stiftung Topographie des Terrors gilt zunächst bis zum 31. Mai 2013. Sie wurde am vergangenen Freitag von Prof. Dr. Andreas Nachama für die Stiftung Topographie des Terrors und Superintendent Harald Sommer unterzeichnet.

NS-Terror und bekennende Haltungen sollen im Bildungsprogramm der Stiftung für kirchlich Engagierte, für Konfirmanden und Junge Gemeinde, Religions- und Geschichtsklassen mit Schwerpunkt auf ethische Fragestellungen Kern gemeinsamer Veranstaltungen werden, um Zeichen gegen das Vergessen zu setzen und Orientierung für die Gegenwart zu bieten.

Die Evangelische Kirche und die Stiftung Topographie des Terrors haben schon 2010 und zu Beginn des Jahres 2011 gemeinsame Seminare und Veranstaltungen zu diesem Themenkomplex erfolgreich durchgeführt, beispielsweise über das Wirken von Pfarrer Gerhard Braune, Pfarrer Martin Niemöller, Dietrich Bonhoeffer sowie Elisabeth Schmitz und anderer Frauen der Bekennenden Kirche.

Ausgehend von diesen Erfahrungen wurde eine gemeinsame langfristige Zusammenarbeit entwickelt, deren Organisation und Umsetzung durch Pfarrerin Marion Gardei im Rahmen ihrer Abordnung fortgeführt und weiterentwickelt werden soll.

„Damit erweitert die Stiftung Topographie ihr Angebot im Bildungsbereich um eine wichtige Komponente.”, so Professor Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.
„Im Hausgefängnis der Gestapozentrale in der damaligen Prinz-Albrecht-Straße 8 saßen u.a. Pfarrer Gerhard Braune, der öffentlich die Krankenmorde kritisierte, Pfarrer Martin Niemöller, führender Vertreter der Bekennenden Kirche, und Dietrich Bonhoeffer, der ebenfalls der Bekennenden Kirche angehörte und im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurde.”

Superintendent Harald Sommer: „Die evangelische Kirche geht mit dieser Kooperation neue Wege. Gerade in einer Zeit mit nur noch sehr wenigen Zeitzeugen werden so neue Zugänge zum Thema ‚Kirche im Nationalsozialismus’ geschaffen.”

Das Seminarprogramm beginnt nach den Sommerferien. Geplant sind Lesungen,
Sonderführungen, eine Workshopreihe und Exkursionen, z.B. zur Hoffnungstaler Stiftung Lobetal. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Pastor Friedrich von Bodelschwingh den Grundstein für die späteren Hoffnungstaler Anstalten gelegt.

Die Workshopreihe findet in Kooperation mit dem Amt für kirchliche Dienste der EKBO (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) statt. Es geht dabei um Orte
der Erinnerung und des Gedenkens der Verfolgung und des Widerstands der Kirche im Nationalsozialismus.