Frank, Hans Dr.
Göring, Hermann
Kaltenbrunner, Dr. Ernst
Sauckel, Fritz
Seyß-Inquart, Dr. Arthur




Sauckel, Fritz
Sauckel, Fritz  |  Biographie

Ernst Friedrich Christoph Sauckel wurde am 27. Oktober 1894 in Haßfurt (Unterfranken) als Sohn eines Postbeamten geboren. Nach Abschluß des Gymnasiums ging er als Matrose zur See. 1914 übernahm er das Kommando über ein eigenes Handelsschiff. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde sein Schiff von den Franzosen gekapert. Sauckel geriet in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im November 1919 zurückkehrte. Er beschloß, sich beruflich neu zu orientieren und ließ sich zum Ingenieur ausbilden. Sauckel gehörte zu den frühen Anhängern Hitlers. Bereits 1923 trat er der NSDAP sowie der SA bei und warb unermüdlich neue Anhänger für die Partei. 1927 wurde er zum Gauleiter in Thüringen ernannt. Im Juni 1932 fungierte er als thüringischer Ministerpräsident und Innenminister. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde er zum Reichsstatthalter in Thüringen ernannt. Sauckel war für die Neugestaltung Weimars ebenso verantwortlich wie für die Arisierung jüdischer Firmen. Er ließ die Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke enteignen und legte damit den Grundstein zur „Wilhelm-Gustloff-Stiftung", der zahlreiche große Waffen- und Rüstungsbetriebe unterstellt wurden. Die Leitung dieser Stiftung übernahm Sauckel 1936 selbst. Mit Kriegsbeginn erfolgte seine Ernennung zum Reichsverteidigungskommissar in Thüringen. Am 21. März 1942 ernannte Hitler Sauckel schließlich zum Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz. Seine Aufgabe war es, die für die deutsche Kriegswirtschaft erforderlichen Arbeitskräfte bereitzustellen. Sauckel war Hitler direkt unterstellt und für den gesamten Arbeitseinsatz einschließlich der Ausländer und Kriegsgefangenen verantwortlich. Er brachte insgesamt mehr als 5 Millionen Fremdarbeiter nach Deutschland, meist aus Polen und Rußland, deren Rekrutierung alles andere als freiwillig geschah. Sauckel selbst gab später zu, daß höchstens 200 000 freiwillig nach Deutschland gekommen seien. Diese Zwangsdeportationen sowie die Behandlung der Fremdarbeiter in Deutschland brachten Sauckel nach Kriegsende auf die Anklagebank in Nürnberg, wo er in den Anklagepunkten 3 (Kriegsverbrechen) und 4 (Verbrechen gegen die Menschlichkeit) für schuldig befunden und zum Tode verurteilt wurde. Er wurde am 16. Oktober 1946 hingerichtet.

Tondokumente | Transskripte

Auszug aus dem Schlußwort von Fritz Sauckel vom 31. August 1946 IMT, Bd. 22, S.454

Vernehmung Fritz Sauckels durch seinen Verteidiger Dr. Robert Servatius, 29. Mai 1946

Auszug aus der Vernehmung Fritz Sauckels durch den britischen Richter Francis A. Biddle vom 31. Mai 1946

Auszug aus der Vernehmung Fritz Sauckels durch den britischen Richter Francis A. Biddle vom 31. Mai 1946

Auszug aus der Vernehmung Fritz Sauckels durch seinen Verteidiger Dr. Robert Servatius vom 28. Mai 1946

Sendebericht des BBC-Korrespondenten Eberhard Schütz über Sauckels Besuch im Konzentrationslager Buchenwald, 28. Mai 1946

Sendebericht des BBC-Korrespondenten Eberhard Schütz über Sauckels Haltung während des Prozesses, 1. Juni 1946

Vernehmung Fritz Sauckels durch den Verteidiger Rosenbergs, Dr. Alfred Thoma vom 31. Mai 1946