Vom „Provisorium” zur Stiftung Topographie des Terrors

Am 4. Juli 1987 wurde die Dokumentation „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt auf dem ‚Prinz-Albrecht-Gelände’” in einem neu geschaffenen Ausstellungspavillon des Berliner Architekten Jürg Steiner präsentiert. Zugleich war das Gelände mit den inzwischen erfolgten Ausgrabungen zahlreicher Gebäudereste durch Informationsträger historisch kommentiert und erschlossen. Ursprünglich nur für die Präsentation während des Jubiläumsjahrs gedacht – als Teil der zentralen historischen Ausstellung „Berlin, Berlin” im Martin-Gropius-Bau –, wurde das „Provisorium” Ende 1987 jedoch aufgrund des großen Erfolgs verlängert, zunächst um ein Jahr, schließlich auf unbefristete Zeit.

Im Februar 1989 berief der Berliner Senat eine Fachkommission, die unter dem Vorsitz von Professor Dr. Reinhard Rürup, dem wissenschaftlichen Leiter der „Topographie des Terrors”, ein langfristiges Gestaltungs- und Nutzungskonzept für das Gelände der „Topographie des Terrors” erarbeiten sollte. In ihrem Abschlussbericht vom März 1990 betonte die Kommission die nationale und internationale Bedeutung des historischen Orts und empfahl die Errichtung eines Dokumentations- und Besucherzentrums. Der historische Ort sollte mit den freigelegten Gebäuderesten und den Spuren der Nachkriegszeit im Wesentlichen erhalten bleiben. Diese Vorschläge wurden vom Berliner Abgeordnetenhaus und dem Senat, wenig später auch von der Bundesregierung akzeptiert und zur Grundlage der weiteren politischen Entscheidungen gemacht. Darüber hinaus wurden sie in zwei mehrtägigen Hearings mit der Berliner Öffentlichkeit und der internationalen Fachwelt diskutiert.

1992 wurde aus dem von bürgerschaftlichem Engagement unterstützten Projekt „Topographie des Terrors” der Berliner Festspiele eine zunächst unselbstständige, ab 1995 dann selbstständige Stiftung öffentlichen Rechts. Noch 1992 lobte das Land Berlin unter zwölf eingeladenen Teilnehmern einen Bauwettbewerb für das neue Dokumentationszentrum aus. Mit der Realisierung wurde 1993 der erste Preisträger, der Schweizer Architekt Peter Zumthor (Haldenstein), beauftragt.

Im Mai 2004 entschieden das Land Berlin und die Bundesregierung als gemeinsame Träger der Stiftung jedoch aufgrund von nicht kalkulierbaren Kostenrisiken und bautechnischen Problemen während der Realisierungsphase dieses Projekts, den 1997 begonnenen, aber seit 1999 ruhenden Bau, nicht fertigzustellen und einen neuen Bauwettbewerb auszuloben.

Diesem dritten Wettbewerb für das Gelände der „Topographie des Terrors” ging eine intensive Vorbereitungszeit voraus.  Durchgeführt wurden ein öffentliches Symposium sowie zwei Fachcolloquien unter dem Titel „Historischer Ort und historische Dokumentation. Bauen für die Topographie des Terrors”. Unter Federführung des Geschäftsführenden Direktors der Stiftung, Professor Dr. Andreas Nachama, wurde schließlich das konkrete Nutzungsprogramm für die Auslobung des Wettbewerbs erarbeitet. Grundlage des aktualisierten Konzepts bildeten weiterhin die Empfehlungen der Fachkommission von 1990.