Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors
– Neubau und Gestaltung des historischen Geländes –

Ziel des im April 2005 von der Bundesregierung ausgelobten offenen, internationalen Realisierungswettbewerbs war es, eine Gesamtkonzeption für das Gelände der „Topographie des Terrors” und ein neues Dokumentationszentrum zu entwickeln, das der nationalen und internationalen Bedeutung des historischen Orts im Zentrum der Hauptstadt gerecht wird, gleichzeitig aber diesen „Ort der Täter” nicht überhöht. Die Wettbewerbsaufgabe umfasste daher sowohl ein Konzept für die Gestaltung des historischen Orts mit seinen materiellen Spuren als auch den Entwurf für ein sachliches Ausstellungsgebäude mit begleitenden wissenschaftlichen und pädagogischen Funktionen.

Das Preisgericht prämierte im Januar 2006 den Entwurf der Architektin Ursula Wilms (Heinle, Wischer und Partner, Berlin) und des Landschaftsarchitekten Professor Heinz W. Hallmann (Aachen) und empfahl ihn einstimmig zur Ausführung. Im November 2007 erfolgte der offizielle Baubeginn für das durch Bund und Land Berlin finanzierte Projekt, das unter der Bauherrenschaft der Bundesrepublik Deutschland realisiert worden ist. Die Durchführung des Bauprojekts oblag dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Der prämierte architektonische Entwurf des neuen Dokumentationszentrums umfasste auch eine Gestaltungsidee für die Hauptausstellung im Gebäude, die der Auslobung des Wettbewerbs gemäß „vielfältige Blickbezüge” zum Gelände der „Topographie des Terrors” ermöglichen sollte. Die gestalterische Weiterentwicklung der Ausstellungsbereiche erfolgte in enger Zusammenarbeit des Architekturbüros Heinle, Wischer und Partner mit dem Ulmer Büro Braun Engels Gestaltung.

Die Eröffnung des neuen Dokumentationszentrums Topographie des Terrors sowie des neu gestalteten Geländes erfolgte am 6. Mai 2010. Seitdem stehen den Besuchern drei Ausstellungsbereiche offen. Im Gebäude befindet sich die Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße”. Im Außenbereich wird der neu gestaltete Ausstellungsgraben entlang der freigelegten Kellermauerreste an der Niederkirchnerstraße (ehemalige Prinz-Albrecht-Straße) weiterhin als Ausstellungsfläche genutzt, jeweils in der Zeit von Frühjahr bis Herbst. Präsentiert wird hier in der Regel die Dauerausstellung „Berlin 1933–1945. Zwischen Propaganda und Terror”. Das Gesamtgelände der „Topographie des Terrors” ist durch einen „Geländerundgang” mit 15 Stationen inhaltlich erschlossen, die einen Überblick über die Geschichte des historischen Orts vermitteln. Die drei neuen Dauerausstellungen sind jeweils zweisprachig (deutsch und englisch) ausgeführt. Bei allen Dauerausstellungen zeichnen die Architektin Ursula Wilms für die Ausstellungsarchitektur und Gerhard Braun für die Ausstellungsgestaltung und -grafik verantwortlich.