Frau Zhuk und ihre Enkelin - Fotoausstellung von Roland Stelter (21. September 2010 - 13. November 2011)


Die Veranstaltung/Fotoausstellung wurde von forum bmp und anderen privaten und öffentlichen Förderern ermöglicht.

Maria Zhuk
Geb. 1924 im Dorf Begatsch/Ukraine. 1932/33 Golodomor Hungerperiode. 1937 Zwangskollektivierung. 1939-41 Vater im Gulag. 1942 als Zwangsarbeiterin nach Deutschland. 1943 KZ Ravensbrück, 1944 KZ Sachsenhausen, Waffenfabrik Silvia. 1945 Rückkehr. Mutter im Bombardement getötet, Vater 1945 Selbstmord. Zweite Hungerperiode. Volksfeindin, Überwachung durch den NKWD/KGB. 1947 Heirat. Der Mann sieben Jahr zur Armee, stirbt 1995. 1948 Geburt des ersten von vier Kindern. Veröffentlichung verschiedener Erinnerungen in sowjetischen und ukrainischen Zeitungen.

Yanina Lazarenko
Geboren 1976 in Chernigow. 1995 Model in Kiew. 1997 Studium am Institut für Internationale Beziehungen. 1999-2001 mehrfach längere Zeit in Westeuropa. 2002-03 Moskau. 2005 Leben auf der Krim unter freiem Himmel. 2006-07 Projektmanagerin in Moskau für Elle, Psychology und Departures. 2008 Geburt der Tochter. 2009-10 alleinstehende Mutter in Kiew.

 

 

Vergessen. Verdrängt. Versöhnt.
Orte der NS-Zwangsarbeit in der Region Dahme-Spreewald
(18. Juni 2010 - 11. September 2011)

Eine Ausstellung des Vereins Kulturlandschaft Dahme-Spreewald

Auch in der Region Dahme-Spreewald war die Zwangsarbeit Teil einer gewaltigen Rüstungsmaschinerie, die nur so lange funktionieren konnte, wie hier Tausende ausländischer Zwangsarbeiter eingesetzt waren. In Schönefeld wurden Flugzeuge gebaut, in Wildau Lokomotiven und Torpedos, in der Heeresmunitionsanstalt Nr. 6 in Töpchin die dafür notwendige Munition erzeugt. Die Zwangsarbeiter waren in der mittelständischen Industrie wie auch in städtischen Dienstleistungsbetrieben und privaten Haushalten eingesetzt. Ein besonderer Abschnitt der Ausstellung widmet sich der Zwangsarbeit der jüdischen Häftlinge im KZ-Außenlager Königs Wusterhausen.

 

„Riss durchs Leben. Erinnerungen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen im Rheinland“ (11. Juni 2009 - 6. Juni 2010)

Eine Ausstellung des Landschaftsverbandes Rheinland-Pfalz

Im Anschluss an ein Besuchsprogramm des Landschaftsverbandes Rheinland im März 2006 für ehemalige Zwangsarbeiterinnen aus der Ukraine ergab sich die Möglichkeit, ein weiteres Projekt auf den Weg zu bringen. Viele der Überlebenden waren nicht mehr reisefähig, aber an einer Kontaktauf­nahme sehr interessiert. Das Projekt ermöglichte es, zu ihnen zu reisen, ihre Lebensge­schichten aufzuzeichnen und in einer Wanderausstellung nebst begleitender Publikation und CD-ROM zu dokumentieren. Die Zwangsarbeiterinnen, die in der Ukraine besucht werden konnten, waren als „Ostarbeiterinnen“ Patientinnen in der damaligen Landesfrauenklinik und Hebammenlehranstalt Wuppertal Elberfeld. Vorgestellt werden zehn Lebensgeschichten, die ganz individuelle Schicksale widerspiegeln. Die meisten von ihnen haben die Geburt ihres ersten Kindes unter den Bedingungen der Zwangsarbeit durchmachen müssen, zwei sind Töchter von Zwangsarbeiterinnen, die in Wuppertal zur Welt kamen.

Im Totaleinsatz. Zwangsarbeit der tschechischen Bevölkerung für das Dritte Reich. Ausstellung unter der Schirmherrschaft der Außenminister der Tschechischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. (29. Mai 2008 - 31. Mai 2009)

Die Ausstellung thematisiert im Kontext der NS-Besatzungspolitik die allmähliche Entwicklung der NS-Zwangsarbeit im „Protektorat Böhmen und Mähren“. Sie zeigt die Mobilisierung der tschechischen Bevölkerung bis zur Zwangsrekrutierung ganzer Jahrgänge. Die Ausstellung dokumentiert den Arbeitseinsatz und die Lebensbedingungen der tschechischen Zwangsarbeiter sowie das System von Arbeit und Strafe in den Arbeitserziehungslagern. Auch die Sklavenarbeit der KZ-Häftlinge sowie die spezifische Situation der tschechischen Juden und Roma werden ausführlich dargestellt. Zu sehen sind rund 250 vor allem persönliche Dokumente und Fotografien, die zum Teil erstmals in Deutschland gezeigt werden. Besonders hervorzuheben sind die einzigartigen Bilder des tschechischen Fotografen Zdeněk Tmej aus den Jahren seiner Zwangsarbeit 1942-1944. Ein Ausstellungskapitel ist speziell der Zwangsarbeit der Tschechen in Berlin gewidmet. Ein Film mit Ausschnitten aus Interviews mit Überlebenden und thematische Erinnerungshefte ergänzen diese Zeugnisse.

„z. B. Bosch. Zwangsarbeit für eine Rüstungsfabrik in Kleinmachnow“ (31. Januar – 18. Mai 2008)

Die Dreilinden-Maschinenbau GmbH Kleinmachnow, eine Tochtergesellschaft des Bosch-Konzerns, setzte während des Zweiten Weltkrieges über 2500 zivile Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, Kriegsgefangene sowie KZ-Häftlinge unterschiedlicher Nationalität ein. Die von Angela Martin für das Dokumentationszentrum überarbeitete und von Hanna Sjöberg gestaltete Ausstellung dokumentiert mit zahlreichen Fotografien, Dokumenten, Plänen sowie originalen Exponaten die Entstehungsgeschichte des Unternehmens und den Zwangsarbeitseinsatz. Auf Lesepulten findet sich vertiefendes Material. Zitate aus Interviews mit Überlebenden bilden einen eigenen Erzählstrang aus der Perspektive der Opfer.

„Erinnerung bewahren. Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939-1945“ (8. Mai 2007 - 20. Januar 2008)

Thema dieser Ausstellung ist die Geschichte der 2,8 bis 3 Millionen polnischen Männer, Frauen und Kinder, die während des Zweiten Weltkrieges zur Arbeit in der deutschen Kriegs- und Landwirtschaft gezwungen wurden. Schautafeln mit Fotos und Dokumenten, Originalobjekten, Biographien sowie ein Film verdeutlichen das Schicksal dieser Menschen.

Die polnische Fassung der Ausstellung wurde von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ Warschau erarbeitet und seit 2005 in verschiedenen polnischen Städten gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit entstand eine aktualisierte deutsche Fassung, die an weiteren Standorten in Deutschland zu sehen sein wird.