Dienstag, 23. Januar 2018 19:00 Uhr

„Vergeltungsaktionen” im deutsch besetzten Europa 1939–1945

Grußwort: Dr. Andreas Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft”, Berlin

Buchpräsentation: Dr. Oliver von Wrochem, Hamburg

Repressalien und Vergeltungspolitik in Frankreich
Vortrag: Christine Eckel, Hamburg

Lynchmorde an alliierten Fliegern in Österreich und Deutschland
Vortrag: Dr. Georg Hoffmann, Wien

Moderation: Andreas Sander, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft”)

Namen von Orten wie Oradour und Lidice stehen stellvertretend für jene NS-Verbrechen im deutsch besetzten Europa, die als „Vergeltung” für Widerstandstätigkeiten gerechtfertigt worden sind. Der von Oliver von Wrochem herausgegebene Sammelband Repressalien und Terror. „Vergeltungsaktionen” im deutsch besetzten Europa 1939–1945 (2017) bündelt den aktuellen Forschungsstand zu dieser Repressalienpolitik, die in einigen Ländern genozidale Formen annahm. Die Autoren des Bandes thematisieren Ereignisse, Opfer, Täter und Formen der Erinnerung an die deutschen Verbrechen in Belarus, Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, den Niederlanden, Österreich, Polen, Serbien, Tschechien und der Ukraine.

Oliver von Wrochem, 1968 geboren, ist Leiter des Studienzentrums und stellvertretender Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Der Historiker publizierte zu Themen der Erinnerungskultur und Geschichtspolitik sowie zum Zweiten Weltkrieg.

Christine Eckel, 1979 geboren, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (Neuere Geschichte unter Berücksichtigung Westeuropas). Sie promoviert mit einer Arbeit über „Deutsche und französische Akteure der Deportationen aus Frankreich 1940–1944: Haftmotive und Überstellungspraxen am Beispiel des KZ Neuengamme”.

Georg Hoffmann, 1979 geboren, ist Historiker und Kurator am Haus der Geschichte Österreich, Wien, sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte, Fachbereich Zeitgeschichte, der Karl-Franzens-Universität Graz. Er ist Autor des Buches Fliegerlynchjustiz. Gewalt gegen abgeschossene alliierte Flugzeugbesatzungen 1943–1945 (2015).

Andreas Sander ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors.