Dienstag, 20. März 2018 00:00 Uhr

Entfällt: Nationalsozialistische Agrarpolitik: Zwischen ...

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Nationalsozialistische Agrarpolitik: Zwischen „Blut und Boden”-Ideologie und Kriegsvorbereitung

Vortrag: Prof. Dr. Daniela Münkel, Berlin
Moderation: PD Dr. Susanne Heim, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „‚Im Dienst der Rassenfrage’. Propagandafotografien im Auftrag des Reichsministers R. Walther Darré” (29. November 2017 bis 8. April 2018)

(Gemeinsam mit dem Photoinstitut Bonartes, Wien)

Unmittelbar nach der Machtübernahme begannen die Nationalsozialisten mit der Umstrukturierung des Agrarsektors. Im Juni 1933 wurde R. Walther Darré zum „Reichsbauernführer” und zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft ernannt. Als überzeugter Vertreter einer rassistischen „Blut und Boden”-Ideologie setzte er im September 1933 das „Reichserbhofgesetz” durch und schuf mit dem „Reichsnährstand” eine der größten Organisationen im NS-Staat, die den gesamten Nahrungssektor kontrollieren sollte. Einen erheblichen Machtverlust bedeutete für Darré 1936 die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Vierjahresplan unter der Zuständigkeit Hermann Görings.
In ihrem Vortrag gibt Daniela Münkel einen Überblick über die nationalsozialistische Agrarpolitik seit 1933 und zeigt, dass diese schon früh weniger an ideologischen Zielsetzungen orientiert war, sondern pragmatische Maßnahmen in den Vordergrund stellte, die auf Autarkie und Produktionssteigerung ausgerichtet waren und der Kriegsvorbereitung dienten.

Daniela Münkel, 1962 geboren, ist Projektleiterin in der Abteilung Bildung und Forschung des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU). Sie absolvierte ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaft. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Nationalsozialistische Agrarpolitik und Bauernalltag (1996), Der lange Abschied vom Agrarland. Agrarpolitik, Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft zwischen Weimar und Bonn (2000, Hg.), Willy Brandt und die „Vierte Gewalt“. Politik und Massenmedien in den 50er bis 70er Jahren (2005) und Geheimdienstkrieg in Deutschland. Die Konfrontation von DDR-Staatssicherheit und Organisation Gehlen 1953 (2016, zus. mit R. Heidenreich und E. Stadelmann-Wenz).

Susanne Heim, 1955 geboren, ist Projektkoordinatorin der Edition „Judenverfolgung 1933–1945“. Zuvor war sie Leiterin des Forschungsprogramms „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus” der Max-Planck-Gesellschaft.