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Die Entstehung |
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Die Stiftung Topographie des Terrors
Im Februar 1989 berief der Berliner Senat eine Fachkommission, die unter Vorsitz von Reinhard Rürup, dem wissenschaftlichen Leiter der „Topographie des Terrors“, ein langfristiges Gestaltungs- und Nutzungskonzept zum weiteren Umgang mit dem „Prinz-Albrecht-Gelände“ erarbeiten sollte. In ihrem Abschlussbericht vom März 1990 betonte die Kommission die nationale und internationale Bedeutung des historischen Ortes und empfahl die Errichtung eines Dokumentations- und Besucherzentrums.(*) Der historische Ort sollte mit den freigelegten Gebäuderesten und den Spuren der Nachkriegszeit im Wesentlichen erhalten bleiben. Diese Vorschläge wurden vom Berliner Abgeordnetenhaus und dem Senat, wenig später auch von der Bundesregierung akzeptiert und zur Grundlage der weiteren politischen Entscheidungen gemacht. Darüber hinaus wurden sie in zwei mehrtägigen hearings mit der Berliner Öffentlichkeit und der internationalen Fachwelt diskutiert. 1992 wurde aus dem von bürgerschaftlichem Engagement unterstützten Projekt „Topographie des Terrors“ der Berliner Festspiele eine zunächst unselbstständige Stiftung öffentlichen Rechts. Noch im selben Jahr lobte das Land Berlin unter zwölf eingeladenen Teilnehmern einen Bauwettbewerb für das neue Dokumentationszentrum aus. Mit der Realisierung wurde 1993 der erste Preisträger, der Schweizer Architekt Peter Zumthor (Haldenstein), beauftragt. Im Mai 2004 entschieden das Land Berlin und die Bundesregierung als gemeinsame Träger der Stiftung jedoch aufgrund von nicht kalkulierbaren Kostenrisiken während der Realisierungsphase dieses Projekts, den 1997 begonnenen, aber seit 1999 ruhenden Bau nicht fertig zu stellen und einen neuen Bauwettbewerb auszuloben. Wenige Wochen zuvor war Professor Dr. Reinhard Rürup aus Protest gegen die anhaltende Baukrise von seinem Amt als Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung zurückgetreten. Laut Stiftungsgesetz besteht der Zweck der Stiftung Topographie des Terrors in der Vermittlung historischer Kenntnisse über den Nationalsozialismus und seine Verbrechen sowie der Anregung zur aktiven Auseinandersetzung mit dieser Geschichte einschließlich ihrer Folgen nach 1945. Darüber hinaus soll die Stiftung bei entsprechenden Fragestellungen beratende Funktionen für das Land Berlin übernehmen. Trotz zunehmend widriger Umstände und teilweise provisorischer Arbeitsbedingungen infolge der Baukrise hat die Stiftung seit ihrem Bestehen mit großem Erfolg gearbeitet und eine Vielfalt an Aktivitäten entwickelt. Dazu gehört die Betreuung von inzwischen jährlich ca. 400.000 Besuchern der Dauerausstellung, die seit 1997 in den Ausgrabungen entlang der Niederkirchnerstraße im Freien zu sehen ist, die Präsentation zahlreicher großer Sonderausstellungen zur Geschichte des Nationalsozialismus im In- und Ausland, der Aufbau von Sammlungen und einer öffentlich zugänglichen Fachbibliothek, die Durchführung von nationalen und internationalen Konferenzen, Studienreisen und Seminaren sowie öffentlichen Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen mit Fachwissenschaftlern des In- und Auslands, die Koordination innerhalb der deutschen Gedenkstättenlandschaft mit zunehmend internationaler Vernetzung sowie eine umfassende Beratungstätigkeit im Rahmen der Landes- und Bundespolitik. Als hauptstädtische Einrichtung, deren Profil durch die Auseinandersetzung mit der Gesamtheit der nationalsozialistischen Verbrechen bestimmt wird, nimmt die Stiftung Topographie des Terrors damit über die Arbeit am historischen Ort hinaus eine Vielzahl übergreifender Aufgaben wahr. (*) Prof. Dr. Reinhard Rürup (Vorsitzender), Abschlussbericht der Fachkommission zur Erarbeitung von Vorschlägen für die künftige Nutzung des „Prinz-Albrecht-Geländes“ („Gestapo-Geländes“) in Berlin-Kreuzberg, März 1990, 86 S. |