Nach Hinweisen des Berliner Stadthistorikers Dieter Hoffmann-Axthelm auf die Vergangenheit des Geländes begann Ende
der 1970er Jahre seine „Wiederentdeckung“. Die Internationale Bauausstellung (IBA) sprach sich 1979/80 mehrfach
gegen das Vorhaben aus, eine Straße quer über das Gelände zu führen. Verfolgtenverbände und
Bürgerrechtsvereinigungen wiesen nun auf die historische Bedeutung des Ortes hin. Hinzu kam die Aufmerksamkeit,
die dem Gelände ab 1981 durch den Wiederaufbau des unmittelbar benachbarten früheren Kunstgewerbemuseums
als Ausstellungsgebäude „Martin-Gropius-Bau“ und der zu seiner Eröffnung präsentierten historischen
Ausstellung „Preußen – Versuch einer Bilanz“ zuteil wurde. Nachdem 1982 die zukünftige Gestalt
des Geländes erstmals Gegenstand einer Debatte im Abgeordnetenhaus war, lobte der Berliner Senat 1983 einen deutschlandweit
offenen Wettbewerb mit internationalen Zuladungen zur „Gestaltung des Geländes des ehemaligen
Prinz-Albrecht-Palais“ aus. Aus den 194 eingegangenen Entwürfen wählte die Jury den Entwurf der Berliner
Landschaftsarchitekten Jürgen Wenzel und Nikolaus Lang aus. Der zweite Preis ging an den italienischen Architekten
Giorgio Grassi (Mailand). Nicht zuletzt aufgrund der durch die Aufgabenstellung des Wettbewerbs und die prämierte
Arbeit ausgelösten kontroversen Diskussionen nahm der Senat Ende 1984 von einer Realisierung des Projekts jedoch
Abstand. Statt dessen wurde das Gelände nach weiteren intensiven öffentlichen Diskussionen über seine
Nutzung und Gestaltung „provisorisch hergerichtet“ und 1987 im Rahmen der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin
erstmals öffentlich zugänglich gemacht.
Als Teil der zentralen historischen Ausstellung „Berlin, Berlin“ wurde die unter der wissenschaftlichen Leitung
des Historikers Reinhard Rürup erarbeitete Dokumentation „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und
Reichssicherheitshauptamt auf dem ‚Prinz-Albrecht-Gelände’“ in einer neu geschaffenen Ausstellungshalle
des Berliner Architekten Jürg Steiner präsentiert. Zugleich war das Gelände mit den inzwischen erfolgten Ausgrabungen
zahlreicher Gebäudereste durch Informationsträger historisch kommentiert und erschlossen worden. Ursprünglich
nur für die Präsentation während des Jubiläumsjahrs gedacht, wurde das „Provisorium“
Ende 1987 jedoch aufgrund des großen Erfolgs auf unbefristete Zeit verlängert. Es sollte, wie es der damalige
Berliner Kultursenator Volker Hassemer formulierte, so lange Bestand haben, „bis etwas Besseres an seine Stelle
treten“ könne.
(Auszug aus: Realisierungswettbewerb „Topographie des Terrors“, Berlin. 309 Entwürfe –
Katalog zur Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten, hg. v. d. Stiftung Topographie des Terrors/Bundesamt für Bauwesen und
Raumordnung, Red. Erika Bucholtz/Philipp Dittrich/Angela Kauls, Berlin 2006, S. 8, 13)