Der Reichsführer-SS und sein Reich
Die Geheime Staatspolizei
Der Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS
Das Reichssicherheitshauptamt

 
  Der Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS


  Als Reinhard Heydrich 1934 die Leitung des preußischen Geheimen Staatspolizeiamtes übernahm, leitete er bereits seit drei Jahren den "Sicherheitsdienst des Reichsführers-SS" (SD). Dessen Aufgabe war es, die Gegner der NSDAP zu überwachen und Gefahren von der Partei abzuwenden.

1934 wurde der SD zum alleinigen Nachrichtendienst der Partei erklärt, 1937 eine Aufgabenteilung zwischen Gestapo und SD vorgenommen. Heydrich, der Gestapo und SD in Personalunion führte, bot die Gewähr für eine enge Kooperation zwischen beiden Institutionen.

Heydrich

  Prinz-Albrecht-Palais Ein Netz von "Vertrauensleuten" (V-Leute) sorgte für den Nachrichtenfluß zur SD-Zentrale in der Wilhelmstraße 102. Dort wurden in regelmäßigen Abständen Lageberichte, die 'Meldungen aus dem Reich', zusammengestellt, in welchen die Parteiführung relativ offen über die innenpolitische Lage, insbesondere über die Stimmung in der Bevölkerung, unterrichtet wurde. Die Beobachtungstätigkeit innerhalb der Partei war von Himmler zwar offiziell untersagt, wurde aber intern geduldet.

 

  Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit des SD bildeten geheimdienstliche Tätigkeiten im In- und Ausland. Bekannt ist zum Beispiel der fingierte Angriff auf den Sender Gleiwitz, durch den der SD im Zusammenspiel mit der Gestapo Hitler den gewünschten Vorwand für den Überfall auf Polen lieferte.

Aus dem SD gingen viele SS-Führer hervor, die bei der 'Endlösung der Judenfrage', vornehmlich in den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, eine wichtige Rolle spielten.