Josef Paul Kleihues

Dienstag, 26. November 2002

Josef Paul Kleihues, Architekt

„Das Jüdische Museum, das Holocaust-Mahnmal und die Topographie des Terrors sind drei Orte der Mahnung und der Erinnerung. Der Erinnerung an die Lieblosigkeit, an den Schmerz, an das unermeßliche Leid, an den Terror und den Mord an den jüdischen Mitbürgern und unermeßlich vielen Juden Europas. Hoffentlich sind es Orte der Mahnung zu Toleranz als Voraussetzung für Freiheit.”

Gerhard Schoenberner

Sonntag, 24. November 2002

Gerhard Schoenberner, Publizist

„Die Tatsache, dass eine so eindrucksvolle Ausstellung wie ‚Vor aller Augen’ an einem Bauzaun hängt, statt in dem Gebäude dahinter, das seit der Grundsteinlegung vor acht Jahren auf seine Fertigstellung wartet, sagt alles. Es ist an der Zeit, dass dieses Projekt ‚Topographie des Terrors’, dem zentrale Bedeutung zukommt, endlich den Prestigeobjekten des Gedenkens in der Stadt politisch und finanziell gleichgestellt wird, damit die unendliche Geschichte doch noch eine glückliche Lösung findet.”

Angela Merkel

Donnerstag, 21. November 2002

Angela Merkel, Vorsitzende der CDU Deutschlands

„Viele beklagen heute eine um sich greifende ‚Erinnerungslosigkeit’. In der Tat ist ein Gemeinwesen verloren, wenn es nur auf den Augenblick des Alltags, auf Konsum, Events und Erlebnis setzt. Erinnerung schafft Verantwortung. Die Ausstellung ‚Vor aller Augen’ öffnet die Augen für das, was geschehen ist, macht Verantwortung persönlich erlebbar. Der Schrecken damals hatte ein doppeltes Gesicht: Das Gesicht derjenigen, die Verachtung, Erniedrigung, Ausschluss bis hin zu Deportation und Vernichtung ertragen mussten. Und das Gesicht derer, die wegsahen, zuschauten, mitmachten. Es bleibt meine Hoffnung, dass die Erinnerung daran als Teil unserer Geschichte wach bleibt, jede Generation sich auf ihre eigene Weise der Verantwortung bewusst wird. Hier gilt das Wort Demosthenes: ‚Für die Freien ist Scham über das Geschehene die gewaltigste Triebfeder’. Aus dieser Haltung heraus müssen wir dafür Sorge tragen, dass das ‚Nie wieder’ auch heute ein Gesicht hat: Das Gesicht derer, die in unserer Gegenwart geächtet, gefoltert, ermordet werden. Zivilcourage, Achtung vor Anderen und die Durchsetzung der Rechte des Menschen bleiben oberste Gebote, für den Einzelnen wie für ein freiheitliches Gemeinwesen. Dazu gehört auch die Unterstützung der gesamten Bürgerschaft für die Gedächtnisorte als Anker der Erinnerung.”

Salomon Korn

Mittwoch, 20. November 2002

Salomon Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt

„Doch ein Schatten fällt von jenen
Leben
In die anderen Leben hinüber,
Und die leichten sind an die schweren
Wie an Luft und Erde gebunden...”

Hugo von Hofmannsthal

Jeffrey M. Peck

Dienstag, 19. November 2002

Jeffrey M. Peck, Professor, York University Toronto/ AICGS Wash.DC

„Topography of Terror has always been, in my opinion, one of the best exhibitions of its kind in Berlin. The temporary exhibition ‚For All to See’ adds an important dimension to our understanding of this period. With these pictures, it is difficult to believe that one didn't see or know what was happening before their eyes. Thank you.”

Rudolf Seiters

Montag, 18. November 2002

Rudolf Seiters, Bundestagsvizepräsident a.D./ Bundesminister a.D.

„Eine Stätte des Erinnerns, des Gedenkens, des Mahnens - damit das Schreckliche und Unfaßbare nie vergessen und nie verdrängt wird.
Die ‚Topographie des Terrors’ ist ein wichtiges und unverzichtbares Mahnmal, dem ich baldige Realisierung wünsche.”

Alice Ströver

Montag, 18. November 2002

Alice Ströver, Kulturpolit. Sprecherin von Bü90/Grüne im Abgeordnetenhaus

„Aus Nachbarn wurden Juden, Zigeuner, Homosexuelle, von der Gesellschaft Ausgestoßene eben.
Die Ausstellung ‚Vor aller Augen’ zeigt in nüchterner und überzeugender Weise wie vor der versammelten Öffentlichkeit Menschen wie Vieh aus ihrem Lebensumfeld entfernt wurden. Es hatte eigentlich keines Beweises mehr bedurft, doch hier ist er erbracht, die Vertreibungspolitik der Nazis in kleinen und großen Städten und Gemeinden fand vor aller Augen statt und niemand, der seiner Sinne mächtig war, konnte oder kann behaupten, er oder sie habe nichts gewusst. Diese alltäglichen Fotodokumente aus den Gemeindearchiven sind ein wichtiger Mosaikstein in der Recherche um das Funktionieren des Naziterrors mit Unterstützung oder Duldung der damaligen Gesellschaft.
Die Ausstellung ist ein Beleg für die Arbeit der Stiftung Topographie des Terrors, die unverzichtbar ist und dringend ihr Dokumentations- und Besucherzentrum braucht.”

Paul Spiegel

Mittwoch, 13. November 2002

Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

„Angesichts der Bilder von Menschenaufläufen vor brennenden Synagogen und bei ans Mittelalter erinnernden Szenen öffentlichen Anprangerns von Frauen, die der ‚Rassenschande’ bezichtigt wurden, ist die Verdrängung der Geschichte nach 1945 ein zweiter Mord an den Opfern. Jetzt blicken wir den Tatsachen ins Auge. Es ist vielleicht die aufrichtigste Art des Gedenkens an dieser Stelle.”

Israel Singer

Dienstag, 12. November 2002

Israel Singer, Präsident der Claims Conference

„Until one visits the ‚Topography of Terror’ the feeling that people are more important than places is the strong inclination. One would think that stories of individuals should have priority. But you cannot understand evil, terror and wrong to the person until you see, it lives next door in the best place right in the center of Berlin where still all can see it. That is why one is thankful to see it, to recognize it and so to fight it more effectively and earlier.”

Romani Rose

Donnerstag, 31. Oktober 2002

Romani Rose, Vorsitzender Zentralrat Deutscher Sinti und Roma e.V.

„Nach den jahrelangen Verzögerungen ist es an der Zeit, den neuen Ausstellungsbau auf dem Gelände des ehemaligen Reichssicherheitshauptamts - dem eigentlichen Zentrum des SS-Staates - endlich zu realisieren. Von hier aus wurde der Völkermord an Juden sowie Sinti und Roma organisiert und ins Werk gesetzt. Deshalb ist dieser historische Ort wie kein anderer geeignet, das Wissen um die nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen, die Motive und Methoden der Täter, zu vermitteln.”