27. Treffen

Irmela Roschmann-Steltenkamp, Monika Sommerer

Protokoll des 27. AGGB-Treffens vom 21.-23. März 2012 in der Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

 

Mittwoch, 21. März 2012

Die Stiftung Topographie des Terrors, Berlin www.topographie.de

Nach einer kurzen Begrüßung durch Irmela Roschmann-Steltenkamp und Monika Sommerer sowie einer kurzen Vorstellungsrunde aller Anwesenden führten die beiden Kuratoren Klaus Hesse und Andreas Sander durch die Dauerausstellung der Topographie des Terrors und standen im Anschluss daran für Fragen zur Verfügung.

Andreas Sander erläuterte die Bildungsangebote der Stiftung und Irmela Roschmann-Steltenkamp ergänzte diese Ausführungen in Hinblick auf die Zusammenarbeit von Bibldungsbereich und Bibliothek.

 

AGGB-Runde

Zunächst stellten sich die neuen Mitglieder der AGGB vor:

Monika Sommerer/Haus der Wannsee-Konferenz, Katharina Czachor/Archiv/Bibliothek der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Anka Lück/Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Anja Fritz/Gedenkstätte Dachau, Tatjana Krowas/Bildungsstätte am Grenzlandmuseum Eichsfeld.

Anschließend berichtete Gabriele Zips  über die neuesten Entscheidungen für das NS-Dokumentationszentrum München: Der Vertrag mit der Gründungsdirektorin wurde aufgelöst. Das neue Konzept sieht keine größere Bibliothek mit eigenständigem Personal und akzeptablem Bibliotheks-Arbeitsplatz mehr vor.

Die Mailingliste sollte zukünftig für den Austausch untereinander genutzt werden (statt des Emailverteilers). Es soll hierzu noch einmal eine allgemeine Mail an alle verschickt werden. Vorteil: Auch diejenigen, die nicht immer zu den Treffen fahren können, bleiben bzgl. der AGGB informiert.

Für das Gedenkstättenseminar in Buchenwald im Mai nächsten Jahres zum Thema “Neue Medien in Gedenkstätten” könnte die AGGB einen Workshop zu neuen Medien in Archiven und Bibliotheken anbieten. Wer hierfür eine Idee hat, kann sich in der Mailingliste melden.

Das AGGB-Treffen 2013 wird in Heidelberg im Dokumentations- und Kulturzentrum der deutschen Sinti und Roma stattfinden. Geplant sind ein halbtägiger Ausflug nach Neckarelz und ein Besuch der Jüdischen Hochschule. Ein Termin wird später im Jahr festgelegt (mit Berücksichtigung der Leipziger Buchmesse, der Osterferien und des Pessach-Festes)

 
Donnerstag, 22. März 2012

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas www.stiftung-denkmal.de

Nach einer Führung über das Stelenfeld konnte im Ort der Information die Ausstellung individuell besichtigt werden. Im Anschluss daran erläuterte Dr. Daniel Baranowski, der Leiter des Videoarchivs, die Arbeit des Videoarchivs und Interviewprojekts „Sprechen trotz allem“: „Die Interviews werden von der Stiftung selbst durchgeführt oder stammen von anderen Institutionen: Nur im Videoarchiv des Denkmals für die ermordeten Juden Europas wird ein Teil des bedeutenden Fortunoff Video Archive for Holocaust Testimonies der Universität Yale öffentlich präsentiert. Darüber hinaus gehören Interviews aus dem »Archiv der Erinnerung« der Universität Potsdam, dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg und anderen Beständen zur Sammlung. Alle Interviews sind in einer Datenbank erfasst und können an Computerterminals ausgewählt werden. Die Interviews werden dort ungeschnitten und in voller Länge präsentiert. Durch die vielfältigen Suchmöglichkeiten, die detaillierten Auswertungen und die Präsentation von Transkriptionen, Übersetzungen, Inhalts- und Themenverzeichnissen, Lebensläufen und Kurzbiographien lassen sich gezielt Passagen aus den mehrere Stunden langen Interviews ansteuern. Dadurch ermöglicht die Datenbank des Videoarchivs einzigartige Einblicke in diese für die Zukunft immer wichtiger werdende historische Quelle. (http://www.stiftung-denkmal.de/denkmaeler/denkmal-fuer-die-ermordeten-juden-europas/ort-der-information/videoarchiv.html). Hervorzuheben an diesem Projekt ist, dass auch nach den Interviews der Kontakt zu den Interviewten seitens der Stiftung gepflegt und aufrecht erhalten wird. So erfahren die Interviewten eine besondere Wertschätzung.

 

„Visual History Archive“, „Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte“, „Refugee Voices“ (pdf

 

Vorstellung des neuen AGGB-Kataloges www.aggb-katalog.de 

Matthias Mann (Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin) stellte den neuen AGGB-Katalog vor. Der alte Katalog basierte auf Allegro und war auf dem Server des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung gehostet. Der neue Katalog liegt nun auf einem vom Haus der Wannsee-Konferenz gemieteten Server, ist somit einfacher und schneller zu aktualisieren. Die neue Katalogoberfläche beruht auf der Open-Source-Software Vufind und der Volltext-Suchmaschine Lucence Solr. Vufind bietet eine Reihe von modernen Web-Features (Listenproduktion, RSS-Feeds, Favoriten-Verwaltung, Suchmaschinenfreundlichkeit etc). Daneben kann einfacher in den Beständen einzelner Bibliotheken gesucht werden. Der Katalog wird weiterhin ein Mal pro Monat aktualisiert werden. Um den Aufwand für die teilnehmenden Bibliotheken möglichst klein zu halten, soll die Aktualisierung in Zukunft weiter automatisiert werden.

 

European Holocaust Research Infrastructure-Project http://www.ehri-project.eu/

Resultat: Das EHRI-Projekt sammelt digitalisiertes Material aus Archiven und Sammlungen zum Thema Holocaust und will es in einem Online-Portal zur Verfügung stellen. Eine Unterstützung bei der Digitalisierung der Dokumente ist aber nicht vorgesehen. Präsentation

 

Freitag, 23. März 2012

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Schöneweide http://www.topographie.de/dz-ns-zwangsarbeit/

Nach einer umfassenden und sehr interessanten Führung über das Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers stand die Leiterin des Dokumentationszentrums, Dr. Christine Glauning, für Fragen zur Verfügung.

 

Abschlussrunde

Zunächst wurde von mehreren Teilnehmern/innen angemerkt, dass sie den ersten Teil der Führung am Denkmal für die ermordeten Juden Europas nicht gelungen fanden. Es war keine Führung, die sich an ein Fachpublikum wie das unsere richtete.

Ansonsten äußerten sich alle sehr zufrieden mit der Organisation und den Inhalten der Tagung. Frau Jung hätte einen Teil zur Geschichte nach 1945 gut gefunden. Dies hätte sich in Berlin angeboten.

Folgende Anregungen für die Tagung 2013 in Heidelberg wurden zusammengetragen:

Es sollte an zwei Tagen eine AGGB-Runde geben. Am ersten Tag sollten alle Teilnehmer/innen die Möglichkeit haben, von Neuerungen in ihren Einrichtungen zu berichten.

Am zweiten Tag wäre dann noch einmal Raum für Austausch und das Klären von Fragen.

Sollte die Runde im nächsten Jahr wieder so groß sein, so wären Schilder mit dem Namen der Teilnehmer/innen und der Nennung der zugehörigen Einrichtung sinnvoll.

Außerdem kam von zwei Teilnehmer/innen der Wunsch, sich einmal intensiver mit der Bestandsvermittlung zu beschäftigen: Wie bringen wir der jungen Generation adäquat unser Thema näher.

Die Idee, einen Flyer zur AGGB und deren neuen Katalog zu entwerfen, fand große Zustimmung. Ein Vorschlag hierfür wird vom Haus der Wannsee-Konferenz kommen.

Außerdem wäre es sinnvoll, wenn alle den neuen Katalog in ihren jeweiligen Newslettern/Rundbriefen etc. vorstellen.

 

Anwesenheitsliste

Abel, Burkhard, NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz/Gedenkstätte KZ Osthofen

Beine, Carmen, Gedenkstätte ROTER OCHSE, Halle

Czachor, Katharina, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Dohnke, Christian, Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V.

Fischer, Georg, KZ-Gedenkstätte Neckarelz e.V.

Fritz, Anja, KZ-Gedenkstätte Dachau

Gauding, Daniela, Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“

Haardt, Miriam, The Wiener Library Institute of Contemporary History (London)

Hank, Sabine, Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“

Hofmann, Rosmarie, Gedenkstätte Buchenwald

Hundertmark, Cordula, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Jung, Maria, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Kieras, Carola, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Krowas, Tatjana, Bildungsstätte am Grenzlandmuseum Eichsfeld

Lück, Anka, Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Mann, Matthias, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Müller, Barbara, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Roschmann-Steltenkamp, Irmela, Stiftung Topographie des Terrors

Runge, Ewa, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Sauter, Anja, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Schnell, Monika, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Schulz, Dörthe, privat

Sommerer, Monika, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Suchich, Ludmilla, Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“

Sürth, Astrid, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Tätzler, Klaus, Gedenkstätte Bergen-Belsen

Tempel, Ulrich, Stiftung Topographie des Terrors

Tito, Maria, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Vollprecht, Karl-Friedrich, Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“

Walosczyk, Ilona, Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm

Welker, Barbara, Stiftung „Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum“

Wenzel, Andreas, Max-Plack-Institut für Bildungsforschung

Zips, Gabriele, NS-Dokumentationszentrum München