7. Treffen

36. bundesweites Gedenkstättenseminar 
Protokoll der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken 
(6.10.01, 14.30 – 17.00 Uhr, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)


Anwesend: Antoine Greffier (LpB Baden-Württemberg, Referat Gedenkstättenarbeit), Cordula Hoffmann (Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück), Martin Hofmann (Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma), Rosmarie Hofmann (Gedenkstätte Buchenwald), Ursula Krause-Schmidt (Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945), Jutta Lindenthal (Fritz Bauer Institut), Barbara Müller (Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen), Margarete Roßmann (Stiftung Topographie des Terrors), Anne Sieberns (Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz), Irmgard Sieder (KZ-Gedenkstätte Flossenbürg), Ulrich Tempel (Stiftung Topographie des Terrors), Manfred Warnecke (Gedenkstätte Deutscher Widerstand) 


  
1. Bibliothek des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma 

Martin Hofmann, Bibliothekar im Dokumentationszentrum, gab einen Überblick über den gegenwärtigen Bibliotheksbestand. Die Bibliothek wurde Anfang der 80er Jahre begründet und wird seit 1989 durch einen festangestellten Bibliothekar betreut. Sie hat zur Zeit 8000 ME. Der Schwerpunkt liegt bei Literatur von und über Sinti und Roma, wobei die deutschsprachige Literatur vollständig, die fremdsprachige Literatur auszugsweise vorhanden ist. Weitere Themenbereiche sind Ethnologie (19. Jh. bis zur Gegenwart) und allgemeine Forschungsliteratur zum Nationalsozialismus, Konzentrationslagern, Medizin und Justiz im Dritten Reich. Die Bibliothek verfügt darüber hinaus über eine Sondersammlung des Mediziners Hermann Arnold. Der überwiegende Teil dieser Sammlung stammt aus der Zeit von 1933-1945 und beschäftigt sich mit ethnologischer Forschung. 
Zum Bibliotheksbestand gehören außerdem 50 fortlaufende Zeitschriften zu den Themengebieten Sinti und Roma und Gedenkstätten/Gedenkstättenarbeit sowie eine Videosammlung. 
Der Buchbestand ist auf der Grundlage einer Systemetik aufgestellt, die in Anlehnung an die Systematik der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin entwickelt wurde. 
Es ist geplant, die Bibliothek als Präsenzbibliothek auch dem öffentlichen Publikum zugänglich zu machen. Zur Zeit wird sie nur von den Mitarbeitern des Hauses genutzt. 
Margarete Roßmann 


  
2. Autobiographien als ein spezieller Teilbestand der bibliothekarischen Sammlungen – Möglichkeiten einer Bestandsvermittlung 
Ergebnis der Arbeitsgruppe 


Schwerpunkte: 
1. Charakteristik dieses Teilbestandes 
2. seine Bedeutung als Quelle, insbesondere für die zukünftige Gedenkstättenarbeit (biologischer Faktor und Gesundheitszustand vieler Zeitzeugen werden die aktive Teilnahme von Zeitzeugen an der Gedenkstättenarbeit und in der Öffentlichkeitsarbeit immer weniger zulassen) 
3. welche Möglichkeiten ergeben sich für die Mitarbeiter im Rahmen einer gezielten Bestandsvermittlung unter Berücksichtigung der Erwartungen  und des Bedarfs durch den Bibliotheksbenutzer? 
4. Notwendigkeit einer konkreten und intensiven Zusammenarbeit mit Kollegen anderer Fachbereiche (Gedenkstättenpädagogen, Historiker...) 
Daraus ergibt sich ein Schwerpunkt für das nächste Treffen: 
Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen BibliothekarInnen und GedenkstättenpädagogInnen. 
Cordula Hoffmann 


  
3. Thesaurus 
Jutta Lindenthal (Fritz Bauer Institut) berichtete über das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt zur Erarbeitung der Grundlagen für den Aufbau eines Fachthesaurus in einem informellen Verbund von Partner-Institutionen. Ziel ist es, kontrolliertes Vokabular der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ende Juni 2001 konnte der Abschlußbericht fertiggestellt werden. 
Jutta Lindenthal und Ulrich Tempel (Stiftung Topographie des Terrors) informierten über die nächsten Schritte der Zusammenarbeit; noch in diesem Jahr soll die Homepage, die den Zugang zum Vokabular und zu verschiedenen weiteren Informationen ermöglicht, überarbeitet und die Passwörter vergeben werden. 
Ulrich Tempel 


  
4. Planung des Treffens der AGGB in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und der Stiftung Topopgraphie des Terrors in Berlin vom 20.3.-22.3.2002 
Das Treffen wird diesmal an zwei Orten stattfinden: in der Stiftung Topographie des Terrors und in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz. Der Ablauf der Tagung ist in dem beigefügten Programm nachzulesen. 


  
5. Themenvorschläge für das Treffen im Herbst 2002 in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg 
Auf dem 38. bundesweiten Gedenkstättenseminar wird es drei Arbeitsgruppentermine der AGGB mit einer Dauer von jeweils 90 Min. geben. Folgende Themen wurden vorgeschlagen: 
1. Besichtigung der Bibliothek in Flossenbürg 
2. Projektbesprechung (Online-Datenbank, Thesaurus) 
3. Nachlässe in den Archiven der KZ-Mahn- und Gedenkstätten, Referentin: Kathrin Paesch (hat zugesagt) 
  
Anlage:  Literaturliste für Schülerprojekt 
 „Autobiographien ehemaliger Häftlinge des Frauenkonzentrationslagers und Männer-KZ Ravensbrück