6. Treffen

Protokoll des 6. Treffens der Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstättenbibliotheken vom 21.-23. März 2001 Berlin, Gedenkstätte Deutscher Widerstand

 

1. Vorstellungsrunde/Führung durch die Bibliothek und die Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Das Treffen der AGGB begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Es waren zahlreiche Teilnehmer/innen zum ersten Mal dabei, deren Einrichtungen sich mit der Aufarbeitung der Geschichte der SBZ und der DDR beschäftigen. 
Im Anschluß an die Vorstellungsrunde führte Manfred Warnecke, Leiter der Bibliothek der GDW, die Teilnehmer/innen durch seine Bibliothek. Dieser Führung folgte ein Rundgang durch die umfangreiche Ausstellung der Gedenkstätte. 

 

2. Gemeinsame Internetdatenbank der AGGB

Anne Sieberns berichtete über die Internet-Datenbank der Gedenkstättenbibliotheken.

Seit Dezember 2000 sind die elektronisch erfassten Bestände der folgenden Bibliotheken dank der freundlichen Unterstützung durch die allegro-C-Entwicklungsabteilung der UB der TU Braunschweig unter der Adresse www.biblio.tu-bs.de/gedenk recherchierbar:

- Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin 
- Stiftung Topographie des Terrors, Berlin 
- Moses Mendelssohn Zentrum, Potsdam

In den nächsten Wochen sollen die Bestände der Bibliothek der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Gedenkstätte Buchenwald hinzukommen.

Der Katalog ist kein Online-Katalog, sondern basiert auf den Katalogdaten, die Frau Sieberns aus den Bibliotheken erhalten und in eine gemeinsame allegro-Datenbank überführt hat. Es ist geplant, vierteljährlich die neuerworbenen bzw. neuerfassten Titel einzulesen und alle 11/2 - 2 Jahre den gesamten Datenbestand zu aktualisieren, damit auch Korrekturen oder Ergänzungen an den bisherigen Titelaufnahmen vorgenommen werden.

Die meisten Gedenkstätten sind an der Teilnahme interessiert. Probleme bereitet aber nach wie vor der Export der Daten aus der eigenen Datenbank und die Form der Übermittlung. Die allegro-C-Software besitzt eine komplexe und schwer durchschaubare Struktur. Frau Sieberns wird deshalb versuchen, die Bibliotheken aufzusuchen, um die nötigen Schulungen durchzuführen bzw. Vorbereitungen für den Export zu treffen.

Die Internetdatenbank der AGGB ist so geplant, daß die Bibliotheksbestände der Gedenkstätten, die die Geschichte des Nationalsozialismus zum Thema haben, gemeinsam recherchierbar sein sollen. Durch die Anwesenheit der Bibliothekare und Bibliothekarinnen der Einrichtungen, die die Aufarbeitung der Geschichte der SBZ und der DDR zum Thema haben, stellte sich die Frage, inwieweit deren Bestände in die Internetdatenbank integriert werden sollen. Die Diskussion endete mit folgendem Kompromiß: es werden alle Bibliotheksbestände aufgenommen, deren Schwerpunkt die Geschichte des Nationalsozialismus und die Nachkriegsgeschichte beider deutscher Staaten ist, nicht aber die Bibliotheksbestände, die ausschließlich Literatur zur Geschichte der DDR enthalten. Hier wäre es sinnvoller, wenn diese Gedenkstätten eine eigene Datenbank zu ihrem Thema aufbauen würden. 

 

3. Vortrag: Entwicklungsstand des Projektes „Fachthesaurus“

Jutta Lindenthal (Fritz Bauer Institut, Frankfurt/Main) und Ulrich Tempel (Stiftung Topographie des Terrors, Berlin) berichteten über den Fortgang der Thesaurusarbeit.

Jutta Lindenthal wies darauf hin, daß im Augenblick – im Rahmen einer EU-Förderung – an einer Weiterentwicklung der vom Fritz Bauer Institut und der Stiftung Topographie des Terrors genutzten Thesaurussoftware gearbeitet wird. Die Software wird auf eine plattformunabhängige Basis (XML) gestellt, so dass die Daten zwischen verschiedenen Programmen austauschbar sind und unabhängig von den jeweiligen Anwendungen gespeichert werden können.

Ziel des EU-Projektes ist es weiterhin, die EDV-Grundlage dafür zu schaffen, das Thesaurus-Vokabular im Internet bereitzustellen, das im Verbund von unterschiedlichen Einrichtungen genutzt und weiter entwickelt werden kann.

Jutta Lindenthal ging ausführlich auf ihre Planungen für das Datenmodell des zu entwickelnden Thesaurusprogramms ein. Dabei wurden Fragen der Polysemkontrolle, der Äquivalenzbeziehungen, der Mehrsprachigkeit und des Termstatus diskutiert. Jutta Lindenthal legte dar, welche verschiedenen Informationen einem Termsatz beigegeben werden sollen. Abschließend gab sie einen kurzen Einblick in die Möglichkeiten von XML, das - wie oben angedeutet - als Austauschformat genutzt werden soll.

Ulrich Tempel stellte den „Arbeits-Thesaurus“ der Stiftung Topographie des Terrors vor. Einleitend wies er auf die benutzten Relationen, den unterschiedlichen Status der Ansetzungen und die Zuordnung der Deskriptoren zu formalen und inhaltlichen Top Terms hin. Im Thesaurus der Stiftung wird zwischen Allgemeinbegriffen, die sich im wesentlichen an den Ansetzungen der von der Deutschen Bibliothek herausgegebenen Schlagwortnormdatei orientieren, und Individualbegriffen zum Themenbereich Nationalsozialismus unterschieden.

Dieser Thesaurus wird in der Stiftung im Augenblick insbesondere zur Verschlagwortung des Bibliotheksbestandes genutzt; längerfristig sollen damit auch die anderen Sammlungen der Stiftung erschlossen werden, wofür im Augenblick Vorarbeiten geleistet werden.

Weiterhin wurden konkrete Fragen der Ansetzung von Vokabular, das im Zusammenhang von Erschließungsprojekten in Gedenkstätten verwendet wird, diskutiert. Grundlage des Austauschs war der Entwurf von systematischen Großgruppen für das Lager-Vokabular. In der Diskussion wurden verschiedene terminologische Probleme bei der Bildung von Benennungen angesprochen, z.B. die Ansetzungen nach Nationalitäten, Geschlechtsdifferenzierung und die Formulierung spezifischer Begriffe zur Kennzeichnung der Lebensbedingungen der Häftlinge und zur Beschreibung unterschiedlicher Lagereinrichtungen. 

 

4. Vortrag: Installation der AllegroC-Windowsversion

Anne Sieberns (Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin) erläuterte in ihrem Vortrag die Installation der AllegroC-Windowsversion. 
Bei Fragen kann man sich immer Donnerstags und Freitags zwischen 10.00 und 18.00 Uhr an sie wenden:

Anne Sieberns 
Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannssee-Konferenz 
Am großen Wannsee 56-58 
14101 Berlin 
Tel.             030/805001-20       
e-mail: sieberns@ghwk.de 

 

5. Vortrag: Anwendung der AllegroC-Windowsversion

Margarete Roßmann (Stiftung Topographie des Terrors, Berlin) stellte in einem Vortrag die neue Windows-Version von AllegroC vor. Sie legte dazu ein Papier vor, in dem die wichtigsten Anwendungen erläutert werden. 
Wer Interesse an diesem Papier hat oder Fragen zur Arbeit mit Allegro, kann sich unter folgender Adresse an Frau Roßmann wenden:

Margarete Roßmann 
Stiftung Topographie des Terrors 
Budapester Straße 40 
10787 Berlin 
Tel.:             030/254509-23       
e-mail: rossmann@topographie.de 

 

6. Vortrag: Erwerbung durch Schriftentausch. Erfahrungen und rechtliche Aspekte

Die Referentin Petra Ruppert (Kunstbibliothek Berlin) war leider erkrankt. Anne Sieberns verlas den von Frau Ruppert ausgearbeiteten Vortrag. (s. Anhang). Ebenfalls im Anhang zu finden ist ein Anschreiben für den Schriftentausch in englischer Sprache. 
Sollte Interesse bestehen, über dieses Thema ein weiteres Mal zu diskutieren, stellt sich Frau Ruppert gerne erneut als Referentin zur Verfügung. 

 

7. Planungen für die nächsten Treffen

Durch die Teilnahme der Bibliothekar/innen der Einrichtungen, die sich mit der Aufarbeitung der Geschichte der SBZ und der DDR beschäftigen, ergeben sich für die Planung der nächsten Treffen folgende Überlegungen: 
Auf den Treffen im März werden bibliothekarische Probleme und Themen besprochen, die für alle Institutionen von Interesse sind. 
Die Treffen im November, die im Rahmen des bundesweiten Gedenkstättenseminars stattfinden, orientieren sich jeweils an der Thematik des Gedenkstättenseminars.

Für die Diskussion über den Thesaurus zum Nationalsozialismus ist bei den Novembertreffen zu wenig Zeit. Es ist zu überlegen, ob die neu hinzugekommenen Einrichtungen einen eigenen Thesaurus zu ihrem Thema entwickeln und dann auf dem Märztreffen beide Gruppen zu ihrem jeweiligen Thesaurus eine Arbeitsgruppe bilden.

Treffen im Oktober in Heidelberg

Ort: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma 
Zeit: 4. – 7. Oktorber 2001 
Treffen der Arbeitsgruppe: 6. Oktober 2001, 14.30 – 17.00 Uhr 
Themen: Frau Cordula Hoffmann, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und Frau Barbara Müller, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen haben angeboten, über ihre Sondersammlungen und den Umgang mit Nachlässen zu referieren.

Treffen im März 2002 in Berlin

Ort: Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz 
Zeit: 20.3.-22.3.2002 
(sollte in diese Zeit der Bibliothekarstag fallen, wird der Termin um eine Woche verschoben) 
Themenvorschläge: Die Nutzung der Bibliothek im Rahmen der pädagogischen Arbeit in der Gedenkstätte Buchenwald (Rosmarie Hofmann) und im Haus der Wannsee-Konferenz (Gaby Müller-Oelrichs).

ABM-Projekte im Bibliotheksbereich (Manfred Warnecke,GDW Berlin)

Das Beschäftigungsgesetz, Referat über Rahmenbedingungen der ABM, (Referent wird von Herrn Warnecke eingeladen)

Berichte über den Stand der Arbeiten am Thesaurus und an der 
Internet-Datenbank 

Verfasser/innen: Margarete Roßmann, Anne Sieberns, Ulrich Tempel 

Anlagen: 1. Adressenliste 
2. Vortrag: Erwerbung durch Schriftentausch 
3. Vorlage für ein Anschreiben für den Schriftentausch in englischer Sprache