4.Treffen
Protokoll des 4. Treffens der Arbeitsgemeinschaft
der Gedenkstättenbibliotheken,
Gedenkstätte Buchenwald, 29.-31.03.2000
Der Nachmittag des ersten Tages stand für Besuche in den Ausstellungen der Gedenkstätte Buchenwald zur Verfügung. Einige Teilnehmer/-innen machten von dieser Möglichkeit Gebrauch und versuchten, immerhin einen Eindruck vom riesigen Gelände und den einzelnen Ausstellungsangeboten zu bekommen.
Das eigentliche Programm des Treffens begann am Donnerstag früh, nach einer kurzen Vorstellungsrunde, mit einem Bericht von Ulrich Tempel (Topographie des Terrors) und Jutta Lindenthal (Fritz Bauer Institut) über den Stand der Arbeit am Thesaurus zum Nationalsozialismus. Wichtige Nachschlagewerke, die für die Verschlagwortung herangezogen werden können, wurden empfohlen, Ansetzungen der Konzentrationslager diskutiert sowie die Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Thesaurus“ im Online-Forum des Gedenkstättenreferats der Stiftung Topographie des Terrors vorgestellt.
Donnerstag nachmittag führte uns Frau Gabriele Beger (Stellvertretende Direktorin der Zentral- und Landesbibliothek, Berlin) in die Einzelheiten des Bibliotheksrechts ein. In einem interessanten Vortrag beantwortete sie unsere Fragen bzgl. Benutzungsordnungen, NS-Literatur in der Bibliothek, Nutzung von Videos, Anfertigung von Kopien, rechtlichen Aspekten des Internet... .
Freitag begann mit einem Vortrag von Frau Eva Fischer (Zentrum für Bucherhaltung Leipzig) über Bucherhaltung, -restaurierung und -pflege. Der Themenbogen spannte sich von einer kurzen Geschichte des Papiers über die Arten und Möglichkeiten der Papierrestaurierung bis hin zu optimalen Standortverhältnissen für Bücher in Bibliotheken. An Restaurierungsmöglichkeiten vorgestellt wurden Papierwaschen, -spalten, Verstärken und /oder Anfasern des Papiers, (Massen-)Entsäuerung etc. Anhand praktischer Beispiele (mitgebrachte, zu restaurierende Bücher) erläuterte Frau Fischer die Maßnahmen, die sie in dem jeweiligen Fall für sinnvoll hielt und gab gleichzeitig ungefähre Preise an.
Freitag nachmittag standen die unterschiedlichen Nutzer/-innengruppen in den bereits öffentlichen Gedenkstättenbibliotheken im Mittelpunkt: was wollen die Nutzer/-innen, was wird ihnen angeboten, welche Probleme kann es mit schwierigen Nutzer/-innen geben und wie gehen wir als Bibliothekare/-innen damit um.
Daran anschließend wurden die nächsten beiden Termine der AGGB geplant:
2.-5. November 2000:
Treffen der AGGB im Rahmen des bundesweiten Gedenkstättenseminars in Köln/EL-DE-Haus.
Es stehen 2-3 Arbeitsgruppentermine zur Verfügung, als Themen vorgesehen
sind die Internetdatenbank der AGGB, Systematiken (Erarbeitung einer Systematik,
die Arbeit des Umsystematisierens...) sowie „kindgerechte“ Literatur
zu NS, der Judenverfolgung und –vernichtung (ab welchem Alter, in welcher
Form, ob überhaupt...). Wichtig ist – wie immer bei Gedenkstättenseminaren
– sich frühzeitig anzumelden, da nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmer/-innenplätzen
zur Verfügung steht. Das genaue Programm mit den Anmeldeformularen wird
in einer der nächsten Ausgaben des Gedenkstättenrundbriefes zu finden
sein.
21.-23. März 2001:
Treffen der AGGB in Berlin in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (oder,
wenn hier nicht möglich, Haus der Wannsee-Konferenz). Als Themen vorgesehen
sind: Thesaurus, Arbeitsplatzbedingungen in einer Bibliothek (Büro des
Bibliothekars/der Bibliothekarin, Bildschirmarbeitsplätze, Bibliothekseinrichtung...;
dieser Teil ist als Referat vorgesehen), Zeitschriftenerwerbung und –verwaltung
sowie Beschaffung von grauer Literatur.