Stimmen der Opfer am Ort der Täter

Seminare mit Video-Zeugnissen von Überlebenden des Holocaust

In Kooperation mit der Freien Universität Berlin bietet die Stiftung Topographie des Terrors eine Reihe von Seminaren an, in denen lebensgeschichtliche Video-Interviews der „USC Shoah Foundation. The Institute for Visual History and Education“ und des Interview-Archivs „Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte” als zentrale Quellen genutzt werden.

Ziel der Seminare ist ein quellenkritisches historisches Lernen, bei dem die Jugendlichen die Unterschiedlichkeit der Perspektiven von Tätern, Opfern und Zuschauern erfassen und zueinander ins Verhältnis setzen.

Sie beziehen Teile der Dauerausstellung "Topographie des Terrors" mit ein und beanspruchen ungefähr fünf Zeitstunden.

 

März 1933: Erinnerungen an ein frühes Pogrom in der Provinz

Am 25. März 1933 wurden im schwäbischen Creglingen alle jüdischen Männer von der SA und der Polizei in das Rathaus verschleppt und dort gefoltert. Das Fallbeispiel zeigt die gewalttätige Entwicklung des Nationalsozialismus in seinen Anfängen. Die Jugendlichen rekonstruieren die Haltungen nichtjüdischer Täter und Augenzeugen anhand von polizeilichen Vernehmungsprotokollen aus dem Jahr 1933 sowie die Perspektiven jüdischer Betroffener aus lebensgeschichtlichen Video–Interviews. Die Schüler/innen präsentieren ihre Ergebnisse und reflektieren deren Bedeutung für ihre Gegenwart.

Ab Jahrgangsstufe 10

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Deportiert aus Berlin. Jüdische Überlebende berichten

Das Seminar thematisiert die Bedeutung der Deportationen in der Verfolgungsgeschichte der Juden in Deutschland. In Berlin begann 1941 die Deportation in die Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager in Osteuropa. Ihre Ziele waren Litzmannstadt (Łodz), Minsk, Riga, Kowno, Warschau und Auschwitz. Die letzte Welle von Deportationen erfolgte im Rahmen der sog. Fabrikaktion im Februar 1943. Nur wenige Juden konnten in Berlin untertauchen und bis zum Kriegsende überleben. Ausgehend von Video-Interviews mit Berliner Juden und Jüdinnen lernen die Jugendlichen deren Lebensgeschichten kennen und begegnen dabei grundlegenden Fragen wie der nach möglichen Handlungsoptionen. Dieses Seminar kann auch der Vorbereitung eines Besuchs verschiedener Deportationsorte in Berlin dienen.

Ab Jahrgangsstufe 10

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Zeugen im Frankfurter Auschwitz-Prozess

Am Beispiel des Frankfurter Auschwitz–Prozesses (1963-65) setzen sich die Jugendlichen mit dem KZ Auschwitz, seiner juristischen Aufarbeitung nach 1945 und der aktiven Rolle von Überlebenden als Zeug/innen auseinander. Anhand von Prozessaussagen (Audio–Quellen) und von vier lebensgeschichtlichen Video–Interviews werden die sich wandelnden Dimensionen von Zeugenschaft analysiert: Wie war die Rolle der Zeug/innen in den NS–Prozessen und welche Bedeutung hatten ihre Aussagen vor Gericht für ihre Lebensgeschichten? Auch dieses Seminar eignet sich zur Vor-/ oder Nachbereitung eines Besuchs des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau.

Ab Jahrgangsstufe 10

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Erzählen nach dem Überleben: Frauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück

Anhand von Video-Interviews mit vier Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Ravensbrück deportiert wurden, setzen sich die Jugendlichen mit Erinnerungen an die Verfolgung und mit Aspekten des Erzählens auseinander: Wie sprechen die Überlebenden heute über die Aufseherinnen? Wie erinnern sie sich an den Alltag im Konzentrationslager und welche Rolle spielen diese Erfahrungen in ihrem späteren Leben? Die Jugendlichen erforschen Erinnerungsstücke und setzen sie in Beziehung zu der Ausstellung am Ort der Täter. Das Seminar eignet sich auch zur Vor- oder Nachbereitung eines Besuchs der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

Ab Jahrgangsstufe 9

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Das Warschauer Ghetto: Gegenläufige Perspektiven

Viele der bekannten Fotografien aus den nationalsozialistischen Ghettos sind zu Propagandazwecken entstanden. Die Einstellungen der Täter prägen bis heute das Bild vom Warschauer Ghetto, das Jugendliche aus Ausstellungen, Filmen oder Schulbüchern kennen. Im Seminar schulen die Teilnehmer/innen ihren Blick auf ausgewählte Fotografien und lernen deren Kontexte kennen. Sie setzen das Medium Fotografie in Bezug zu Video-Interviews mit Überlebenden, die über das Warschauer Ghetto berichten. Zum Abschluss zeigen die Jugendlichen mit Plakaten und Filmausschnitten, wie sie aus den Quellen eigene Geschichtsbilder über diese Phase der Vernichtung der europäischen Juden zusammensetzen.

Ab Jahrgangsstufe 10

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